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sportliche Ausrichtung von Bayer Leverkusen

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Spielstil

Ein aggressives, horizontal kompaktes Angriffs- und Gegenpressing, eine hohe Risikobereitschaft in Umschaltmomenten und ein möglichst vertikal-dynamisches Spiel im letzten Drittel: Attribute, die das Spiel von Bayer Leverkusen unter Roger Schmidt zweifelsfrei prägen. Die Werkself ist die wohl extremste Pressing- und Umschaltmannschaft der Liga.
Phasen, in denen man das Spieltempo bewusst reduziert und sich um Ruhe und Kontrolle im eigenen Spiel bemüht, gibt es kaum. Die Intensität bleibt in allen Phasen hoch. Ein strukturiert herbeigeführtes Chaos scheint das Ziel zu sein, um den Kontrahenten dann in seiner Unordnung effektiv ausspielen zu können.
In Anbetracht dieser Tatsachen, ist es fast schon die logische Schlussfolgerung, dass die Werkself eines der sprintstärksten Teams im nationalen Wettbewerb stellt.
Möchte man den Leverkusener-Stil mit nur wenigen Worten zusammenfassen, erscheint die Formulierung, dass das Bayer 2014/2015 aus 90-minütigem Powerplay bestehe, sehr treffend. 
Gegen den Ball fällt das Team vor allem durch kollektive Verschiebebewegungen in Richtung des ballführenden Spielers auf, durch deren Extremität der Gegner förmlich eingekesselt werden soll. Ein Erfolgsrezept, das sich bewährt hat.
 
Taktische Grundausrichtung/Spielsystem
 
Im Regelfall treten die Leverkusener in einem 4-2-1-2-1-System an, das situative Übergänge in ein 4-2-4 bzw. in ein 4-2-3-1/4-3-3 aufweist.
Eines der prägendsten Merkmal dieser taktischen Ausrichtung ist dabei die grundsätzlich hoch verteidigende Viererkette, deren Außenverteidiger sehr konsequent und weiträumig nach vorne schieben. Auf diese Weise soll in Pressingversuchen gewährleistet sein, dass die Abstände zwischen den Mannschaftsteilen gering bleiben und ein enger Zugriff auf den Gegner entstehen kann. 
Mit Hilfe ihrer Dynamik versuchen sie das Spiel in der Offensive durchgängig anzutreiben, lokale Überzahl auf den Flügeln zu schaffen und Flügeldurchbrüche zu erzeugen.
Die Doppelsechs stellt dagegen das strukturierende Glied zwischen Abwehrverbund und der furios aufspielenden Angriffsabteilung dar.
Während einer der beiden, in Stammbesetzung Nationalspieler Lars Bender, vor allem durch ein überdurchschnittliches Laufpensum und ein strategisch kluges Spiel gegen den Ball auffällt, fördert Nebenmann Gonzalo Castro aus einer höheren Grundposition die vertikale Ballzirkulation wesentlich aktiver.
Aufgrund seiner Stärke als technisch versierter Nadelspieler löst er viele Situationen zwar mit hohen Ballkontaktzeiten auf, schafft gleichzeitig aber auch häufig durch Einzelleistungen Überzahlsituationen und befreit sein Team effektiv aus Engstellen. 
Die  zwei äußeren Mittelfeldspieler bzw. situativen Flügelstürmer folgen bei eigenem tiefen Ballbesitz primär einem wiederkehrendem Bewegungsmuster, das auf diagonalen Läufen in die Halbräume oder in den Zehnerraum aufbaut.
Sämtliche Kaderoptionen auf diesen Spielpositionen definieren sich in erster Linie über ihre Schnelligkeit, ihre Qualitäten im Dribbling und ihren stark ausgeprägten Drang in Richtung Tor.
Die zentrale Sturmspitze versucht durch gelegentliche Ausweichbewegungen und dem damit einhergehendem Verlassen des Sechszehnerraumes die gegnerische Viererkette auseinanderzuziehen und gegen den Ball situativ die Außenverteidiger zu binden. Insbesondere Stefan Kießling verfügt im Angriff zudem über Fähigkeiten als Wandspieler, der sowohl flache als auch hoche Zuspiele sinnvoll verarbeiten und weiterleiten kann.
 
Schlüsselspieler
 
Klarer Bayer-Schlüsselspieler - oder auch der Organisator des Chaos - ist Mittelfeldspieler Gonzalo Castro.
Mit seiner teilweise gar verspielten Art, sich auch aus massiv verengten Räumen zu  befreien, schafft er den notwendigen Ausgleich zur explosiven, extrem vertikalen Spielinterpretation seiner offensiven Teamkollegen.
Sein Talent, auch in scheinbar ausweglosen Situationen noch gewinnbringende Lösungen zu finden, macht ihn gepaart mit den im Regelfall technisch sehr sauberen Aktionen und gut dosierten Schnittstellenpässen zu einer gerade national sehr seltenen Spielertypenmischung aus Nadel- und Kreativspieler.
Castro ist der Spieler, der sowohl das Spiel aus dem mittleren Drittel heraus vertikal eröffnen, als auch durch strategisch sinnvolle Entscheidungen gute Rahmenbedingungen für Anschlusssaktionen schaffen kann.
Ein weiteres großes Plus des deutsch-spanischen Taktgebers ist seine Flexibilität. Der Ex-Nationalspieler hat über Jahre hinweg bewiesen, dass er grundsätzlich in der Lage ist, fünf bis sechs Positionen ohne merklichen Leistungsabfall zu bekleiden. Am wertvollsten scheint er in Leverkusen momentan allerdings als offensiv-strukturierender Teil der Doppelsechs zu sein.
 

Stärken/Schwächen

Die Konsequenz und Aggressivität des Leverkusener Fußballs beeindruckt. 
Der klare Offensivfokus und die Risikofreude im Vertikalspiel führen zwangsläufig zu vielen Torabschlüssen.
Das taktische Fundament ist ideal auf das derzeitige Kadermaterial abgestimmt, was den selbsternannten ewigen Vizemeister ohne Frage zu einer der interessantesten und stärksten Gesamtkonstellationen der Liga macht. Die Mannschaft scheint die von Trainer Schmidt eingeforderten Strukturen und Bewegungsabläufe vor allem offensiv schnell verinnerlicht zu haben. Gerade gegen Teams mit geringer Pressingresistenz ist das frühe aggressive Anlaufen ein sehr effektives Mittel.
Gleichzeitig birgt die Spielweise bedingt durch das kollektiv weite Herausrücken allerdings die Gefahr, von pass- und ballsicheren Mannschaften schnell überspielt zu werden. Dynamische Konter können kaum noch verteidigt werden.
Die wenigen Ruhephasen führen zu einer insgesamt schwachen Passquote im Team. Das Spielkonzept ist grundsätzlich sehr einfach gestrickt. Die immer wiederkehrenden Muster in den offensiven Bewegungen sorgen für wenig Überraschungsmomente. Außerdem mangelt es an einer gewissen Kaderbreite. Nicht auf allen Position kann ohne deutlichen Leistungsabfall rotiert werden.
 
Trainer
 
Zweifelsfrei ist Roger Schmidt ein großes deutsches Trainertalent, das jedoch weniger durch einen großen Namen auffällt, sondern vielmehr durch ein ausgeprägtes taktisches Gespür und klaren Vorstellungen in sämtlichen Entscheidungsprozessen.

Aufgrund der Tatsache, dass der gelernte Werkzeugmechaniker stets die mittel- und langfristige Entwicklung seiner Mannschaft im Blick hat und diese durch das Vermitteln einer klaren Spielphilosophie aktiv zu fördern versucht, 

 wird er medial häufig der Gruppe der Konzepttrainer zugeordnet. 

 

Seine bisher größten Erfolge feierte der Fußballfachmann beim österreichischen Ligaprimus Red Bull Salzburg, mit denen er sowohl eine Meisterschaft als auch den Einzug in das Viertelfinale der Europa League feiern konnte. 

 

Schon beim RB-Ableger setzte er das offensive, sehr radikale Umschaltspiel in einer Kompromisslosigkeit um, die zum damaligen Zeitpunkt europaweit als Novum galt. 

Nicht zuletzt war das erkennbare taktische Talent Schmidts ein Grund, weshalb Leverkusen ihn vor Beginn der Saison aus Österreich abwarb und sogar bereit war, eine millionenschwere Ablösesumme für ihn zu bezahlen.