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sportliche Ausrichtung des FC Augsburg

Veröffentlicht in Uncategorised

Spielstil
 
Wer den FC Augsburg unter Markus Weinzierl beschreiben möchte, wird ihn zwangsläufig über sein aggressives, körperbetontes Spiel gegen den Ball definieren müssen.
Eine kollektiv hohe Willens-, Lauf- und Kampfbereitschaft prägen das Bild des vermeintlichen Liga-Underdogs entscheidend und führen zu einer grundsätzlichen hohen Intensität in den Partien.
Nicht zuletzt deshalb gelten die Süddeutschen als einer der unangenehmsten Gegner im deutschen Fußball.
Gewinnt man den Ball - beispielsweise durch gute Pressingmomente oder die individuelle Stärke der Sechser - wird in der Regel versucht, schnelle Flügeldurchbrüche, häufig mit Hilfe von Überladungen, zu erzeugen. Ziel ist es infolge dessen, mit einer maximalen Gradlinigkeit den Torabschluss zu finden. Ansätze, die tendenziell auf ein Umschaltteam schließen lassen, wenn auch diese vereinfachte Definition in Bezug auf Augsburg dem gesamten Spiekonzept nicht gerecht werden würde.
Denn gerade bei tiefem Ballbesitz legt man auf eine horizontale Zirkulation mit vielen Verlagerungen Wert, die Sicherheit und Kontrolle schaffen und den Gegner zu starken Aufrückbewegungen treiben soll, ehe man sie dann durch dynamische Vertikalpässe aufzulösen versucht.
Diese ballbesitzlastigen Phasen im Aufbau machen das Team zu einem sehr flexiblen, obgleich der Fokus ab dem mittleren Drittel klar im kompromisslosen Tempospiel nach vorne liegt.
 
taktische Grundausrichtung/Spielsystem
 
In der Regel setzt Augsburg in seinem 4-4-2/4-2-2-1-1-System auf ein antizipativ starkes Innenverteidigerduo mit sehr vielfältigen Stärkeprofilen.
Vor allem Klavan rückt immer wieder aus der Kette heraus und schafft so Anbindung an das Mittelfeld.
Auf den Außenpositionen greift man in den meisten Fällen auf eine asymmetrische Besetzung zurück. Während man links hinten in Form von Baba einen offensiv orientierten, dynamischen Spieler vorzieht, agiert auf der rechten Seite mit Verhaegh ein Balancespieler, der mehr der Stärkung der Ballzirkulation im ersten Drittel als der Finalisierung von Angriffszügen dient.
Die Doppelsechs, in ihrer Grundstruktur ebenfalls leicht asymmetrisch angelegt, unterstützt durch ein abwechselndes Abkippen verstärkt den Spielaufbau, was bei gleichzeitigem Vorrücken der Außenverteidiger eine dynamische Dreierkette zur Folge hat.
Gerade bei Schlüsselspieler Baier sind diese Bewegungen sehr oft zu beobachten. Auf ihm liegt der klare Fokus in der Eröffnung. Er ist es, der einleitende Aktionen aus der Tiefe heraus schafft.
Als Durchbruchsspieler fungieren dagegen primär die beiden äußeren Mittelfeldspieler, welche in Ballbesitz konsequent versuchen, sich bis zur Grundlinie durchzusetzen, um dann einen Flankenball oder einen flachen Pass in den Rückraum zu schlagen.
Sowohl Werner über links als auch Esswein über rechts verfügen über ein hohes Grundtempo und ein gutes Dribbling, was ihnen auch ohne Unterstützung von Baba bzw. Verhaegh Möglichkeiten bietet, sich zu behaupten. Auch defensiv arbeiten sie sehr intensiv mit und vermeiden so das Enstehen von lokalen Unterzahlsituationen. 
Offensiv Unterstützung erhält das Duo von zwei nominellen Spitzen, wobei gerade Altintop aus einer wesentlich tieferen Grundposition heraus einige Spielmacheraufgaben erfüllt und wenig extreme Tororientierungen in seinem Spiel hat. Situativ besetzt er sogar klar den Zehnerraum, dabei häufig mit leichtem Hang zum linken Flügel. Viele flexible Bewegungen, bevorzugt in den Halbräumen, sind elementarer Bestandteil seiner Positionsinterpretation.
Sein jeweiliger Sturmpartner, wenn fit Tim Matavz, richtet sich wesentlich stärker an den gegnerischen Innenverteidigern aus. Seine Funktion als durchsetzungsfähiger Zielspieler kommt vor allem in direkten Zweikampfsituationen zum Tragen oder wenn er Aktionen finalisieren kann. 
 
Schlüsselspieler
 
Keine Frage: Wer den FCA beobachtet, wird schnell feststellen, dass Daniel Baier der absolute Chef auf dem Platz ist.
Seine in sämtlichen Bereichen herausragenden fußballerischen Fähigkeiten sowie sein strategisches Talent sorgen für Struktur und Spielkultur.
Egal ob als Förderer des Ballbesitzsspiels oder als Initiator schneller Gegenangriffe - Baier ist omnipräsent und besticht durch eine meist sehr saubere Ausführung seiner Aktionen.
Er ist in der Lage, auch in Engstellen noch kluge, teils kuriose, weil nicht zu erwartende Lösungen zu finden, die sich oft als optimale Vorarbeit für Anschlussaktionen herausstellen.
Im System von Coach Weinzierl tritt er in erster Linie als spielintelligenter Sechser in Erscheinung, dessen Abkippbewegungen und gleichzeitige Pressingresistenz den Augsburger Aufbau auf eine höhere Ebene hieven sollen. Teilweise erinnert er in diesen Phasen an Bayern-Star Xabi Alonso, welcher grundsätzlich in einer ähnlichen Funktion in Erscheinung tritt und wie auch Baier dabei größtenteils fehlerfrei ist.
Auch in puncto Passqualität- und genauigkeit und Spielübersicht in der Vertikalen und Horizontalen kommen die beiden sich sehr nahe. Dass Baier noch das Trikot der Augsburger trägt und nicht längst zu einem Top-Klub gewechselt ist, scheint mehr der Verbundenheit seinem Klub gegenüber als den fehlenden Anfragen geschuldet zu sein. Nach Meinung der Toorschuss.de-Redaktion wäre der gebürtige Kölner, wenn er die 30er-Altersgrenze nicht schon geknackt hätte, für alle Bundesligavereine - den FC Bayern eingeschlossen - eine solide Kaderergänzung, in den meisten Fällen aber sogar eine klare Verstärkung.
 
Stärken/Schwächen
 
Das große Plus der FC Augsburg ist das starke Kollektiv. Die Mischung aus Arbeitern und technisch guten Spielern ist optimal. Qualitativ überlegenen Teams entgegnet man mit absoluter Kampfbereitschaft und Zweikampfstärke, mit der in der Vergangenheit bereits viele Gegner ihre Probleme hatten. 
Das taktische Gerüst ist zudem hervorragend auf das Personal abgestimmt. Viele Akteure verfügen über eine hohe Antritts- und oder Grundschnelligkeit, was im aktuellen System durch den leichten Flügelfokus (wo die Räume meist größer sind als im Zentrum) optimal zur Geltung kommt. 
Realistischerweise muss man aber sagen, dass das Spielermaterial im Ligavergleich leicht unterdurchschnittlich ist. Die Abhängigkeit von Baier ist trotz des insgesamt ausgeglichen besetzten Kaders sehr groß. Er ist die Lebensversicherung der Mannschaft. Spielern wie Morávek oder Feulner, die ihn potenziell entlasten könnten, gelingt es aus unterschiedlichsten Gründen noch nicht, ihr gesamtes Leistungsvermögen konstant abzurufen.
 
Trainer
 
Nach nur einem halben Jahr schien das Kapitel "Markus Weinzierl beim FC Augsburg" bereits wieder beendet, doch durch eine furiose Aufholjagd in der Rückrunde der Saison 12/13 konnte der charismatische Fußball-Lehrer sich letztlich doch länger als gedacht in seinem Amt halten. 
Seither zeigt die Entwicklung Weinzierls selbst sowie die des Gesamtvereins steil nach oben. Die Einführung eines revolutionären taktischen Konstruktes mit einem, trotz einer im nationalen Vergleich größtenteils individuellen Unterlegenheit, offensiv orientiertem Mittelfeld brachte ihm in selbiger Saison endgültig den Ruf als lernfähiges Trainertalent.
Neben seiner Stärken im taktischen Bereich wird seine Mannschaftsführung von vielen Seiten gelobt. Er gilt als kommunikativ und offen, gleichzeitig aber auch als fordernd und sehr klar in seine Aussagen.
Womöglich auch deshalb gelang es vielen Spielern unter Weinzierl, trotz teilweise fortgeschrittenen Alters noch einmal einen großen Entwicklungssprung zu machen.
Der Vertrag des noch Ex-Profis läuft noch bis 2017. Ob er diesen bei anhaltendem Erfolg und damit einhergehend weiteren Lockrufen anderer Klubs allerdings einhalten wird, ist fraglich.