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sportliche Ausrichtung des FC Bayern

Veröffentlicht in FC Bayern

Spielstil
 
Das derzeitige Spielkonzept des FC Bayern ist das Ergebnis einer Entwicklung, die schon im Jahre 2009 unter Ex-Coach Louis van Gaal begonnen hat. 
Der Niederländer war derjenige, der erstmals auf ein ballbesitzlastiges System mit positionsspezifischen, fast schon dogmatisch definierten Aufgaben - orientiert am so genannten Positionsspiel - setzte.
Im Detail verfeinert worden ist dieser Stil in den Folgejahren von Trainerlegende Jupp Heynckes.
Er machte das Spiel des Rekordmeisters vor allen im vertikalen Umschalten deutlich variabler und konnte die Mannschaft außerdem im Gegenpressing entscheidend verbessern.
Das Höchstmaß an formativer Flexibilität erreichte das Münchener-Spielsystem dann unter seinem jetzigen Trainer, dem Spanier Pep Guardiola. Mittlerweile distanziert man sich gar von einer klaren Grundordnung.
Eine starke Orientierung am jeweiligen Gegner in der Wahl der eigenen taktischen Ausrichtung, deshalb häufige Asymmetrien und fluide Bewegungen in sämtlichen Mannschaftsteilen prägen das Bild des Liga-Krösus stark.
Die prägnanten und vielseitigen Bewegungsmuster sind primär auf das von Guardiola bevorzugte Positionsspiel zurückzuführen, das besagt, dass gewisse Spielfeldzonen zwar stets besetzt sein müssen, es dabei aber nicht entscheidend ist, welcher der zehn Feldspieler sich in diesen aufhält.
Gleichbleibendes Ziel ist es dagegen, mit Hilfe einer maximal sauberen Ballzirkulation in der eigenen Spielfeldhälfte ein kollektives Vorrücken in das folgende Drittel zu ermöglichen. Darin begründet sind auch die konstant hohen Ballbesitzwerte der Bayern, welche 60 % nicht selten deutlich überschreiten.
 
Taktische Grundausrichtung/Spielstystem 
 
Grundsätzlich gilt, dass die gewählte Taktik sich stets an den Stärken und Schwächen des Kontrahenten ausrichtet, um diesen effektiv entgegenwirken zu können.
Im Defensivverbund variiert man in den meisten Fällen zwischen einer dynamischen Dreier- und Viererkette.
Bei erstgenannter Variante werden die Flügel von zwei Schienenspielern besetzt, die allerdings auch situativ auf die Halbpositionen im Mittelfeld rücken können, mit dem Ziel, den Teamkollegen bei eigenem Ballbesitz die von Guardiola eingeforderten Anspielstationen im Kurzpassspiel zu geben und gleichzeitig eine lokale Überzahl im Zentrum zu kreieren. Im Laufe der Spielzeit 14/15 gab es gar eine weitere Variante zu sehen, in welcher einer der Halbverteidiger, meist Alaba, sich weiträumig nach vorne bewegte.
Ähnlich dynamische Verschiebebewegungen sind gelegentlich auch bei einer Viererabwehrreihe zu erkennen, wobei sich hierbei meist einer der Außenverteidiger auf der Halbposition einfindet. 
Die in dieser Saison am häufigsten gewählte Mittelfeldkonstellation basiert grundsätzlich auf einem Dreiecksprinzip, das durch einen spieleröffnenden Akteur vor der Abwehr sowie zwei weiteren Zentrumsspielern davor gebildet wird.
Gerade Erstgenannter (in Stammbesetzung spielt diese Rolle oft Xabi Alonso) lässt sich dabei immer wieder zwischen die Innennverteidiger fallen, und hilft somit entscheidend bei der Inszenierung der dynamischen Dreierkette. Die nominellen Außenverteidiger rücken in dem Fall kurzzeitig ins mittlere Drittel vor und geben die notwendige Breite für eine vertikal oder diagonal angelegte Zirkulation.
Diese wird ebenso von Ballverteiler Alonso geprägt. Gemeinsam mit seinen beiden Mittelfeldpartnern ist er derjenige, der versucht, den horizontalen Spielrhythmus bei Unordnung des Gegners konsequent zu durchbrechen und die gegnerischen Linien, im Regelfall durch eine flügelorientierte Verlagerung, zu überspielen.
Die Außenpositionen besetzen dabei - wenn fit zwei inverse, dynamische Tempodribbler mit Kreativspieleransätzen, die oft durch Individualleistungen, bevorzugt durch Dribblings, Durchbrüche erzeugen, um den Ball dann in den hohen Zehnerraum zurücklegen zu können, oder aber, wie noch häufiger zu beobachten ist, durch diagonale Sprints mit Ball am Fuß selbst in eine Abschlussposition zu kommen. Ausgehend vom Flügelduo Ribéry/Robben, ist das beschriebene Laufmuster über die rechte Seite in einer noch stärkeren Ausprägung zu erkennen, was situativ eine leichte Asymmetrie im System zur Folge hat, wenn Ribéry flügelorientiert spielt.
Gruppentaktisch fallen im Offensivverbund vor allem die gut aufeinander abgestimmten Positionsrotationen auf. 
Im Angriffszentrum bewegt sich mit Lewandowski eine horizontal und vertikal sehr variable Sturmspitze, welche sich vornehmlich ballverteilenden Aufgaben annimmt und vereinzelt erst spät in den gegnerischen Sechszehner stößt. Die Ausweichbewegungen des Polen auf die Außenpositionen sind dabei fast zu einem stilistischem Mittel avanciert, das primär das Ziel verfolgt, situativ Überzahl in Ballnähe herzustellen oder Breite zu geben.
 
Schlüsselspieler 
 
Dass dem Rekordmeister in der Rückserie die individuelle Durchbruchsfähigkeit von Ribery und Robben fehlte, ist kein Geheimis. Doch nicht minder schwer wog der lange Ausfall von Edeltechniker Thiago.
Der Spanier ist der Akteur im Spiel der Bayern, der das Gesamtkonstrukt perfekt ausbalancieren kann und somit eine maximale Verantwortung für das System "Guardiola" trägt. Er ist in der Lage, und Struktur in einer Qualität vorzugeben, wie es nur wenige Spieler auf der Welt schaffen.
Er kann den horizontalen Rhythmus durch seine Risikobereitschaft, gute Entscheidungsfindung und Dribbel- sowie Passgeberfähigkeit problemlos durchbrechen und für einen gewissen Überraschungseffekt im temporär etwas trägen Spiel sorgen. Außerdem hat er wohl die höchste Pressingresistenz der Mittelfeldakteure, was ihm bei normaler Fitness sowohl im Aufbau als auch in höheren Zonen eine Schlüsselrolle zukommen lässt.
 
Stärken/Schwächen
 
Dass der individuellen Qualität des FC Bayern in der Bundesliga keine Mannschaft über einen längeren Zeitraum hinweg standhalten kann, ist bekannt.
Durch die herausragende Taktikschulung von Pep Guardiola hat das Münchener Spiel darüber hinaus noch wesentlich an Facettenreichtum gewonnen.
Die neu erlangte Anpassungsfähigkeit an den Gegner, die die Stärken des Kontrahenten häufig schon im Ansatz isoliert, die nahezu in Perfektion funktionierende Ballbesitzmaschine gepaart mit intelligent eingesetztem Gegenpressing, machen die Rot-Weißen in Bestbesetzung nicht nur schwer zu verteidigen, sondern komplizieren auch das Entwickeln von Gegenmaßnahmen.
Auch auf mentaler Ebene beweist der FC Bayern in dieser Spielzeit große Kompetenz.
Nach einer intensiven Weltmeisterschaft im Sommer ließ man entgegen vieler Erwartungen kaum Federn. Schwerwiegende Leistungsabfälle, welche auf eine Überlastung oder fehlende Gier nach weiteren Titeln zurückzuführen sein könnten, sind nicht festzustellen.
Trotz aller Dominanz kann ein schnelles Umschaltspiel zumindest theoretisch für viele Gegner ein effektives Mittel gegen die Münchener Übermacht darstellen.
Real Madrid hat in der letztjährigen Champions-League-Saison bewiesen, dass sich bei zu aggressivem Aufrücken der bayrischen Verteidigungslinie zwangsläufig einige Kontermöglichkeiten ergeben. Zumal die Bayern selbst Probleme hatten, im Konterspiel, außerdem hatten sie mit zahlreichen Verletzungen zu kämpfen, welche nicht spielertypengetreu ersetzt werden konnten. Temporär mangelte es an dem Erzielen von letzten Durchbrüchen, an dynamischen Rhythmuswechseln sowie der notwendigen Ballsicherheit unter Druck in strategisch relevanten Zonen. 
 
Trainer 
 
Pep Guardiola ist Entwickler, Taktiker und Motivator zugleich.
Wer den katalanischen Erfolgstrainer treffend charakterisieren möchte, wird kaum darüber hinwegkommen, ihn über seine akribische, gar detailversessene Arbeitsauffassung zu definieren.
Jahrelange Wegbegleiter beschreiben ihn als jemanden, der in seiner täglichen Arbeit unter keinen Umständen Dinge dem Zufall überlassen möchte. Man erzählt sich, Guardiola habe sogar eine feste Struktur bei der Besetzung seiner berüchtigten Kreisspiele ("Rondos").
Sein Trainingskonzept basiert im Kern auf dem Prinzip der taktischen Periodisierung. Dieses sieht die Taktik als universell einsetzbares Mittel in Bezug auf die Weiterentwicklung einer Mannschaft. Positionsspiele sind Bestandteil vieler Trainingseinheiten, wo er im Regelfall auf ein sehr emotionales, forderndes, aber auch vertrauenschaffendes Coaching setzt.
Polyvalenz und eine schnelle Auffassungsgabe sind für Guardiola ebenso fundamentale Attribute bei der Beurteilung von Spielern wie auch das Verständnis für komplexe, ganzheitliche taktische Zusammenhänge.
Der Spanier selbst gibt sich niemals mit dem Ist-Zustand zufrieden. Sein übergeordnetes Ziel lautet stets, zumindest kurzfristig, den Zustand der Perfektion zu erreichen. Um diesem näher zu kommen, übernimmt er viele Denkansätze und Vorgänge aus anderen Sportarten, welche potenziell einen positiven Einfluss auf sein eigenes Leistungsvermögen oder das seiner Mannschaft haben könnte.