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sportliche Ausrichtung der TSG Hoffenheim

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Spielstil

Auch im zweiten Jahr unter Trainer Markus Gisdol ist man sich im Kraichgau seinem Spielstil treu geblieben: Man versteht sich als kollektiv-aggressiv verteidigendes Umschaltteam mit Kompetenzen im Angriffs- und Gegenpressing, dessen Spiel von einer hohen Intensität in allen vier Phasen lebt. 
Ein konsequentes Arbeiten gegen den Ball sowie das permanente Kreieren von Umschaltmomenten bilden das Fundament für sämtliche Folgeaktionen.
Durch die extrem häufigen hohen Pressingversuche wird der Gegner im Regelfall bereits im Aufbau massiv unter Druck gesetzt, was zwangsläufig zu unsauberen Abspielen und einem damit einhergehend sehr dynamischen, teils hektischen und zerfahrenen Spielfluss führt.
Die ständigen Positionswechsel, gerade im letzten Drittel und das enorm temporeiche, tororientierte Vertikalspiel sorgen bei eigenem Ballbesitz für eine hohe Fluidität, was dem Gegner oft den Zugriff erschwert.
In Ansätzen praktiziert der Herbstmeister von 2008 situativ sogar einen ansehnlichen, zentrumsfokussierten One-Touch-Fußball, der vor allem durch die Passqualität und die flexiblen Bewegungsmuster der Offensivreihe geprägt wird.
Im Spielaufbau setzt man primär auf eine solide Ballzirkulation mit anfänglich vielen Horizontalpässen. Sind diese aufgrund intelligenter Anpassungen des Kontrahenten bzw. einem frühen Anlaufen der Stürmer nicht möglich, geht man jedoch schnell in eine vertikalere, brachialere Spielweise über, welche sich in erster Linie über hohe lange Bälle in das Angriffsdrittel und starken Nachrückbewegungen aller Mannschaftsteile definiert.
 
taktische Grundausrichtung/Spielsystem
 
In den meisten Spielen setzt Hoffenheim auf ein fluides 4-2-3-1-System, das im Spiel gegen den Ball situativ in ein 4-4-2 oder 4-3-3 übergeht, damit die erste Pressinglinie gestärkt und die Zugriffsmöglichkeiten erhöht werden können.
Die Viererkette verteidigt dabei grundsätzlich hoch, um Anbindung an das Mittelfeld zu schaffen und somit die Zwischenlinienräume klein zu halten.
Die vier nominellen Innenverteidiger im Kader besitzen größtenteils ungleiche Stärkeprofile, sodass u.a. die grundsätzliche Aufbaufähigkeit je nach Aufstellung starken Schwankungen unterliegen kann. Gleichbleibend sind dagegen in allen Besetzungen die langen Vertikalbälle in die Spitze.
Das Bild der TSG-Außenverteidigung prägen gelegentliche minimale Asymmetrien genauso stark wie wiederkehrende Linienläufe bis ins letzte Drittel, die dann optimalerweise in einem Durchbruch enden.
Der Sechserraum wird regelmäßig durch zwei Akteure (meistens sind dies Polanski und Schwegler) bespielt, welche das Kurzpassspiel mittels (möglichst) direkten Weiterleitungen effektiv fördern und den vier offensiven Spielern durch das Zulaufen von Löchern den Rücken freihalten wollen. Sie sind diejenigen, die versuchen, das offensive, extrem riskante Spiel auszubalancieren und eine Grundstabilität herzustellen.
Die beiden Flügelspieler im Mittelfeld agieren prinzipiell aus einer eher zentrumslastigen Position heraus. Dies ist hauptsächlich mit ihrer "Falschfüßigkeit" und dem daraus resultierenden Drang nach innen zu ziehen zu begründen. Häufig führt dies im Zusammenspiel mit Firmino auf der Zehn zu einer lokalen Überzahl, die die Zirkulation im Zentrum wesentlich vereinfacht.
Zwar nehmen alle drei sehr intensiv am Pressing teil (besonders Firmino hat hier seine Stärken), Defensivläufe bis ins erste Drittel haben jedoch Seltenheitswert.
Im Spiel mit Ball besticht Volland über rechts durch eine gewisse Gradlinigkeit und viel Zug zum Tor, Firmino durch eine allgegenwärtige Präsenz sowie ein überragendes technisches Potenzial, welches ihm immer wieder im Auflösen von Engstellen hilft und der Norweger Elyounoussi über links durch ein hohes Laufpensum, durch das er oft viel Raum für seine Nebenleute schafft und Gegenspieler bindet.
Die Aufgaben der nominelle Sturmspitze variieren häufig gegner- und spielverlaufsabhängig. Einen gesetzten Stürmer gibt es zudem aufgrund des ähnlichen Leistungsniveaus der Akteure nicht.
Hier hat man sowohl die Option, in Form von Szalai auf einen robusten Wandspieler mit Stärken in der Ballbehauptung und - rücklage zu setzen, als auch auf einen Universalstürmer (Modeste), dessen Fähigkeiten in der intelligenten Besetzung von Schnittstellen und dem im Idealfall folgenden Torabschluss liegen.
Die dritte Möglichkeit liegt darin, mit Schipplock einen Spieler ins System zu integrieren, welcher über eine große Cleverness und Ruhe vor dem Tor sowie Arbeiterqualitäten verfügt, dafür aber technische Defizite vor allem auf engem Raum hat.
 
Schlüsselspieler
 
Ohne Frage: Der Brasilianer Roberto Firmino nimmt die absolut dominante Rolle in Hoffenheim ein. Der Techniker fungiert nicht nur als Vorbereiter, sondern ist ebenso in der Lage, Angriffszüge ruhig und sauber zu finalisieren.
Mit seiner herausragenden Technik, die ihm im Offensivzweikampf alle Möglichkeiten öffnen, seiner Abschlussstärke und seiner unheimlichen Dynamik prägt und dominiert Firmino das Spiel seiner Mannschaft im letzten Drittel.
Seit seinem Nationalmannschafts-Debüt Ende 2014 ist dem 23-Jährigem sogar noch ein weiterer Sprung in seiner Entwicklung geglückt. Gerade die Probleme in der Entscheidungsfindung, insbesondere wann der richtige Moment für ein Dribbling gekommen, und wann sinnvoll ist, den Ball schnell weiterzuleiten, scheinen der Vergangenheit anzugehören.
Gerade seine vielfältigen Stärken machen ihn für Teams mit dem Schwerpunkt auf Umschalten als auch für Mannschaften mit Ballbesitz-Fokus interessant.
 
Stärken/Schwächen
 
Gerade das Offensivpotenzial der TSG ist enorm. Kaum eine Mannschaft in der Bundesliga ist in der Lage, seine Angriffe derart flexibel und dynamisch vorzutragen wie Hoffenheim. Ruft man dieses Potenzial ab und agiert im Angriffs- und Gegenpressing so aggressiv wie über weite Strecken der Hinserie der Fall, kann man gegen jedes Team der Liga seine Tore erzielen. Ausnahmekönner wie Firmino und Volland unterscheiden 1899 vom Liga-Durchschnitt. Viele Spieler, wie beispielsweise der schon als Fehleinkauf abgestempelte Elyounoussi, rufen in dieser Saison endlich ihr gesamtes Potenzial ab.
Das hohe Pressing birgt jedoch die Gefahr der fehlenden defensiven Stabilität. Die Mannschaft schafft es noch nicht, die Balance und Struktur über 90 Minuten zu halten. 
Zwar gelingt dieser Spagat schon wesentlich besser als in den Vorjahren, doch noch immer hapert es an der Konsequenz in der Umsetzung.
 
Trainer
 
Markus Gisdol, einst Co-Trainer von Ralf Rangnick auf Schalke, gilt ähnlich wie sein Lehrmeister als detailversessener Taktiker, der das risikoreiche Offensivspiel mit möglichst kurzen Ballkontaktzeiten eines jeden Spielers präferiert. Dabei gleichen sie sich nicht nur in ihrer grundsätzlichen Spielauffassung, sondern auch im Detail in ihrem Faible für ein dominantes Angriffs- und Gegenpressing. 
Nach mehreren gescheiterten Versuchen seiner Vorgänger einen neuen, wesentlich ausbalancierteren Spielstil in Hoffenheim zu etablieren, war Gisdol es, der der TSG durch diverse personelle und taktische Anpassungen wieder seine ursprüngliche Identität verlieh. 
Dabei setzte er auf eine konzeptionelle und schrittweise Entwicklung der Mannschaft, ohne dass man die Wichtigkeit des Momentums aus den Augen verlor. Ein Erfolgsrezept, durch das man 2013 den schon fast nicht mehr für möglich gehaltenen Klassenerhalt auf der Zielgeraden doch noch sichern konnte. Der bisher größte Erfolg des 45-jährigen Fußball-Lehrers.