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sportliche Ausrichtung des VfL Wolfsburg

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Spielstil

Auch wenn es auf dem ersten Blick ein wenig paradox klingen mag, so ist der VfL Wolfsburg eine der ballbesitzorientiertesten Umschaltmannschaften der Liga.
Es lässt sich dabei grundsätzlich festhalten, dass die Niedersachsen sich als ein in allen vier Spielphasen über eine klare Struktur verfügen. Ballbesitzzeiten sind dher kein Selbstzweck oder mit einer gewissen Ideenlosigkeit zu begründen, sondern elementarer Bestandteil Teil des Wolfsburger Spielkonzeptes.
Gegen den Ball ist man im Regelfall mittels eines Mittelfeldpressings darum bemüht, dem Gegner im Aufbau sämtliche spielerischen Möglichkeiten zu nehmen, während man dabei im Mittelfelddrittel häufig stark mannorientiert, teilweise sogar in klarer Manndeckung, verteidigt. Gelingt die schnelle Balleroberung, sucht man gradlinig und dynamisch den Weg in Richtung gegnerisches Tor. 
Bei eigenem tiefen Ballbesitz hat dagegen oberste Priorität, Kontrolle und Sicherheit in sein Spiel zu bekommen und eine ruhige, oft horizontale Ballzirkulation herzustellen. Zum Auflösen dieser verlagert man das Spiel meist auf die Flügel, mit dem Ziel, dort in letzter Instanz Durchbrüche zu erzeugen.
Sofern dieser Ansatz bespielsweise aufgrund guter Pressingmomente des Kontrahenten isoliert wird, geht man allerdings häufig (überraschend) schnell in ein von langen Bällen ins letzte Drittel geprägtes Vertikalspiel über.
 
taktische Grundausrichtung/Spielsystem
 
Im Allgemeinen ist das Wolfsburger System stark auf Superstar Kevin de Bruyne ausgerichtet. In den meisten Spielen setzt man hierbei auf ein 4-2-3-1, das bei hoher Positionsinterpretation des Belgiers auch 4-4-1-1-Ansätze haben kann.
Gegen den Ball ist der Übergang in ein 4-4-2 oft fließend, vor allem, wenn man die erste Pressinglinie stärken möchte.
Die zwei Wölfe-Innenverteidiger Naldo und Knoche sind prinzipiell sehr komplette Verteidiger, was gerade im Aufbau zu einer sehr ausbalancierten Aufgabenverteilung führt.
Auf den defensiven Außenpositionen setzt man gerade über die linke Seite mit Rodriguez auf einen konsequent offensiv ausgerichteten Akteur, der sich dabei stark an der Höhe des tiefen Sechsers orientiert und teilweise sehr extreme Aufrückbewegungen bei Gegnerballbesitz zeigt.
Das taktische Verhalten seines Pendants ist zu großen Teilen personalabhängig, wobei gerade Vieirinha eine ähnliche Positionsauslegung wie der Schweizer hat.
Beide sind in ihren Vorstößen sehr dynamisch und technisch sauber, was ein gutes Kombinationsspiel mit den Flügelpartnern zulässt, aber auch die Möglichkeit bietet, sich über eine Einzelleistung Raum zu verschaffen.
Die Sechser interpretieren ihre Rolle enorm weiträumig. Situativ bewegen sie sich sogar radikal auf die Außen, um dort Überladungen zu kreieren, oder weil sie ihre Gegenspieler dorthin verfolgen.
Phasenweise schiebt ein Sechser (vor allem Arnold) auch bis in den Zehnerraum vor, was die Verbindung zwischen den Mannschaftsteilen stärkt und die Zugriffsmöglichkeiten im Pressing verbessert. Beide nehmen zudem grundsätzlich (wenn auch in unterschiedlicher Ausprägung) an der Zirkulation im Aufbau teil.
Auf den offensiven Flügeln agieren teilweise inverse, dribbelstarke Tempospieler, welche sowohl Angriffe finalisieren als auch einleiten können.
Prägendste Figur im Wölfe-Mittelfeld ist wie beschrieben Zehner de Bruyne. Er fungiert als omnipräsente Anspielstation und Dirigent des Offensivspiels. Sein Hang zum linken Halbraum erzeugt dabei gelegentliche Asymmetrien im System. Grundsätzlich sind seine Bewegungen aber sehr flexibel ausgelegt. Taktische Vorgaben, die ihn in seiner Kreativität einschränken könnten, gibt es nicht, wodurch seine intuitiv gute Entscheidungsfähigkeit weiter gefördert wird.
Das Angriffszentrum wird meist durch einen mannschaftsdienlichen, laufstarken Arbeitertypen besetzt, der durch viele Rochaden auf die Flügel versucht, die gegnerische Abwehrreihe auseinanderzuziehen und Räume für die nachrrückenden oder diagonal einlaufenden Mittelfeldspieler zu öffnen.
Alternativ kann Wolfsburg in Form von Bas Dost auf einen tororientierten Wand- und Abschlussspieler zurückgreifen, dessen Kernkompetenzen durch seine physische Stärke primär im direkten Offensivzweikampf liegen.
 
Schlüsselspieler
 
Kreativ, dynamisch und technisch brilliant - das ist Kevin de Bruyne.
Der Mittelfeldstar ist der Spieler im Kader, der den VfL von einer guten zu einer sehr guten Mannschaft machen kann.
Kein Akteur hat das Spiel der Wolfsburger jemals so geprägt wie er. Nach Meinung der Toorschuss.de-Redaktion ist de Bruyne sogar der individuell stärkste Spieler, der jemals das Trikot der Niedersachsen getragen hat.
Vor allem offensiv ist sein Fähigkeiten-Repertoire nahezu unbegrenzt. Er ist Dreh- und Angelpunkt fast aller Angriffe und bestimmt dabei permanent Verlauf, Rhythmus und Tempo dieser.
Egal, ob er dabei versucht, seine Schnelligkeit effektiv auszuspielen, seine Wendigkeit und sein Trickreichtum im Dribbling zu nutzen oder ob er schlichtweg schnell zum Torabschluss kommen möchte - der 23-Jährige ist in Topform kaum zu verteidigen.
Inwiefern er sich eine Zukunft in Wolfsburg auch bei Nicht-Erreichen der Champions League weiterhin vorstellen kann, bleibt abzuwarten. Dass er die Klasse mitbringt, auch auf diesem Niveau eine dominante und spielprägende Rolle einzunehmen, können selbst seine schärfsten Kritiker kaum verneinen. 
 
Stärken/Schwächen
 
Wolfsburg verfügt, gerade im Ligavergleich, über einen hervorragend besetzten Kader in Breite und Spitze.
De Bruyne, Rodriguez, Naldo, Gustavo, Knoche sind allesamt Spieler mit internationalem Top-Format.
Die Mannschaft scheint sich zudem nach langer Übergangsphase endlich gefunden zu haben. Die Mechanismen greifen. Auch taktisch hat sich das Team weiterentwickelt. Das Mittelfeldpressing funktioniert über weite Strecken gut. 
Was fehlt, ist ein Mittelstürmer, der sich sowohl spielerisch in das Offensivspiel einbinden als auch im letzten Kontakt überzeugen kann. 
Dies führt häufig dazu, dass gut herausgespielte Angriffe oft nicht mit der notwendigen Konsequenz verwertet werden können.
Teilweise sind außerdem leichte Bindungsprobleme zwischen den einzelnen Mannschaftsteilen, insbesondere in der Offensive zu erkennen, die letztlich zur Folge haben, dass es ein wenig an Durchschlagskraft mangelt, was lediglich durch die hohe individuelle Klasse kompensiert werden kann.
Die Abhängigkeit von Superstar de Bruyne ist zudem enorm. Ein Ausfall wäre höchstens über das Kollektiv zu kompensieren.
 
Trainer
 
Nach vielen gescheiterteten Versuchen, einen (vermeintlichen) Konzepttrainer in Wolfsburg zu etablieren, entschied man sich trotz massiver Kritik aus dem Fanlager dazu, mit Dieter Hecking eine solide, aber wenig überraschende Lösung zu präsentieren. Seine Aufgabe sollte es in erster Linie sein, das Gesamtgefüge zu stabilisieren und eine bessere Balance im Team zu schaffen.
Branchenintern gilt der gebürtige Recklinghäuser als nüchterner Analyst, dem jeglicher Hang zum Größenwahn fremd ist. Jahrelang wurde ihm diese Tatsache negativ ausgelegt und behauptet, er sei nicht in der Lage, eine Mannschaft kontinuierlich weiterzuentwickeln. Er könne lediglich exakt das aus ihr herausholen, was sie in Normalform im Stande ist zu leisten. Große Ausreißer nach unten oder oben gäbe es dabei aufgrund seiner wenig innovativen Arbeitsweise und konservativen Denkmuster nicht.
Beim VfL gelang es Hecking erstmals, sich von diesem Ruf freizumachen. Er hat es geschafft, selbst absolute Topspieler in ein funktionierendes Gebilde zu integrieren und gleichzeitig die taktische Struktur nicht nur zu erhalten, sondern zu verbessern.
Ein Vorhaben, an dem viele seiner Vorgänger gescheitert sind. Dementsprechend hoch ist Heckings Ansehen trotz aller Startschwierigkeiten mittlerweile im direkten Vereinsumfeld.