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Eigentlich sind die Schweizer Schuld

Veröffentlicht in Taktik-Historie

Eigentlich sind die Schweizer Schuld


1937 wurde Karl Rappan Trainer der Schweizer Nationalmannschaft, betraut mit der Aufgabe, das Team zur Fußball-WM 1938 in Frankreich zu führen. Zu dieser Zeit waren die Schweizer wohl das schwächste Team in Zentraleuropa. Und Rappan musste sich etwas einfallen lassen. Seine Philosophie: "Man kann eine Mannschaft unter zwei Gesichtspunkten zusammenstellen. Entweder man hat elf Individuen, die mit ihrer Klasse und ihrem Talent stark genug sind, um den Gegner zu besiegen. Brasilien wäre ein Beispiel. Oder man hat elf durchschnittliche Fußballer, die in ein bestimmtes Konzept, einen Plan, integriert werden müssen. Dieser Plan zielt darauf ab, zum Wohle der Mannschaft das Beste aus jedem Mann herauszuholen." Rappans Lösung hieß "Schweizer Riegel". Im Vergleich zum klassischen 2-3-5 wurden die beiden Halbstürmer zurückgezogen, als Außenverteidiger. Die beiden ursprünglichen Verteidiger agierten nun beide zentral, hintereinander. Und prompt war der Libero geschaffen.
Da die Lücke zwischen Mittelfeld und Sturm nun aber sehr groß wurde, zog Rappan sein gesamtes Team weit zurück und setzte auf Konter. Mit Erfolg, wie das großdeutsche Team erfahren musste, das bei der WM 1938 in der ersten Runde gegen die Schweiz ausschied. Nachdem sich die Nazis Österreich einverleibt hatten, schickten sie nämlich eine gemischte Mannschaft aus Deutschen und Österreichern nach Frankreich.
Aber genau das war der Defensivfußball zuerst (und ist es natürlich auch noch bis heute): Das Mittel der Schwächeren, wenn es gegen einen übermächtigen Gegner geht. Und genau das war er zu Beginn auch in Italien. Zum Beispiel in Salerno, wo Trainer Gipo Viani für sich die Erfindung des Catenaccio reklamierte. So stieg der Provinzklub 1947 in die Serie A auf, aber der Abstieg folgte prompt nach nur einer Saison. Dann gab es da noch Nereo Rocco, der mit Triest einmal Platz zwei und zweimal Platz 8 in der Serie A belegte. Respektable Ergebnisse für einen Klub dieser Größe. Anfang der 50er spielte Inter unter Alfredo Foni Catenaccio und Rocco nahm seine Philosophie von Triest nach Mailand mit, wo er mit dem AC Meisterschaften und Europapokale holte.