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Kapitel 1 - Der englische Geburtsfehler

Die Offensive, so heißt es heute, gewinnt Spiele – die Defensive gewinnt Meisterschaften. Was ist dran an dieser Behauptung und überhaupt: wie hat sich die Taktik im Fußball seit den Anfängen im 19. Jahrhundert entwickelt?

Nun, am Anfang gab es keine festgeschriebenen Regeln. Es waren weder die Größe des Spielfeldes, noch die Zahl der Spieler oder der Umfang und das Gewicht des Balls festgeschrieben. Am Anfang war Fußball noch nicht mal wirklich Fußball. Am Anfang war Fußball auch Rugby. Denn im frühen 19. Jahrhundert wurde an Schulen und Universitäten ein Spiel betrieben, das teils Fußball und teils Rugby war. Jede Schule oder Uni hatte ihre eigenen Regeln – gespielt wurde meist nach den Regeln des Heimteams. Bis im November 1863 der englische Fußballverband (Football Association, kurz: FA) gegründet wurde. Nach fünf Treffen war klar, dass sie sich die Vertreter der verschiedenen Strömungen des Sports nicht einigen konnten. Und von da an gingen die einen ihres Weges und spielten Rugby. Und die anderen eben Fußball.
Bei dem Richtungsstreit ging es um das so genannte "hacking" und damit darum, ob es erlaubt sein solle, den Gegner ordentlich ans Schienbein zu treten. Die Verfechter des "hacking" waren der Meinung, dass diese physische Komponente des Spiels erhalten werden müsse. Ein gewisser F.W. Campbell aus Blackheath argumentierte: "Wenn man das hacking abschafft, dann braucht man für dieses Spiel weder Mut noch Schneid. Dann könnte ich ihnen eine Horde Franzosen bringen, die uns mit einer Woche Training besiegen könnte." In dieser Aussage fußt die Faszination, aber auch das Dilemma des englischen Fußballs.

Kapitel

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