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Die Abhängigen, das Ausland und die neue Bayern-Taktik

Veröffentlicht in Kolumnen

kolumDas Bundesliga-Karussel dreht sich in altbekannter Geschwindigkeit und mit wenig technischen und taktischen Neuerungen weiter. Lustig bleibt es trotzdem. Denn bei vielen Teams läuft so einiges schief.

Zum Beispiel bei Eintracht Frankfurt. Von der angekündigten Spielkontrolle ist die SGE zurzeit so weit entfernt wie Armin Veh vom Titel 'Taktikfuchs'. An dieser Stelle kan ich gleich noch einen tollen Vergleich hinterherschieben: Dafür ist sie so abhängig von Alex Meier wie Deutschland von unseren Steuergeldern. Die Kernproblematik: Der langhaarige Torjäger ist launischer (Achtung: Vergleich!) als jedes Model. Denn er hat einfach keine Lust, die Zehnerrolle wie ein Zehner auszufüllen. Meier tut was ihm gefällt, Veh will ihn nicht verärgern, lässt ihn einfach mal machen und sieht sorglos zu, wie seine Mannschaft immer instabiler wird. Offensiv cuttet Meier die Verbindungen, defensiv bäumt er sich dagegen, das Mittelfeld zu unterstützen. Sorgen um seinen Ruf muss er sich wohl trotzdem keine machen. Denn wenn er denn bald wieder trifft, schallt es sicherlich wieder 'Alex Meier Fußballgott' von den Rängen. Bei all den Nettigkeiten in Frankfurt könnte man ja fast schon meinen, die Pariser Verantwortlichen hätten Kevin Trapp im Sommer mit Liebe und nicht mit den kolportierten neun Millionen Euro bezahlt. Das würde immerhin auch erklären, wieso Veh und Bruchhagen sich in Transferfragen nicht immer einig sind. Der Armin denkt, dass der knauserige Heribert nur geizt - dabei liegen womöglich gar keine Millionen auf der hohen Kante.

Reisen wir nach Augsburg. Das Wundermittel, um den FCA in Bedrängnis zu bringen, heißt in diesen Tagen 'Baier-Isolation'. Was Meier in Frankfurt ist, ist Baier in Augsburg - nur, dass er sich den Titel 'Fußballgott' redlich verdient hat. Baier kann alles, weiß alles und sieht alles - sogar das, was außerhalb seines Sichtfeldes passiert. Das macht ihn so genial. Und die Weinzierl-Elf gleichzeitig so abhängig von ihm. Die Lösung des Problems ist ein dünner Südkoreaner. Der aber wird häufiger auf dem rechten Flügel missbraucht und weiß noch gar nicht, was er alles kann. Deshalb steckt Augsburg derzeit in der Bredouille.

Von Augsburg machen wir einen großen Sprung ins Ausland. Trapp pariert einen Elfmeter, Gomez und Podolski zerschmettern ihre Süper-Lig-Gegner und Kevin Großkreutz trainiert weiter artig, bis er endlich wieder spielen darf. Wirklich viel Unerwartetes ist also auch außerhalb der deutschen Grenzen nicht passiert. Ach ja: Ter Stegens Klasse wird in Barcelona weiter verkannt. Ob sich da mittelfristig ein Wechsel anbahnt? Pep Guardiola hat das Torwarttalent sicherlich auf dem Schirm. Und könnte damit zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Ter Stegen bekäme wieder dauerhaft Spielpraxis und Manuel Neuer könnte endlich als Innenverteidiger eingesetzt werden. Gemeinsam mit Jerome Boateng würde er wohl das kreativste, aufbau- und antizipationsstärkste Abwehrduo aller Zeiten bilden. Und Pep hätte mal wieder neues Spielzeug, um seine Trainerkollegen auszucoachen. Übrigens: Auch das spräche für die Eingangsthese: In der Liga bliebe auch mit dem Ter-Stegen-Wechsel in Bezug auf die Tabellenkonstellation alles beim Alten und trotzdem hätte man weiter etwas zum Lachen. Wo gibt es schließlich schon einen Torwart, der zum Verteidiger umgeschult wird?

Kevin Leyk, Chefredakteur

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