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Quer durch die Welt - Die Premier League [Ausgabe 1]

Veröffentlicht in Quer durch die Welt

Wie angekündigt feiert heute ein neues Toorschuss-Format sein Debüt. In diesem wollen wir einen Blick über die Landesgrenzen hinaus wagen und euch taktische Einblicke in den europäischen Fußball geben. Dieses Mal fiel unsere Wahl auf die Premier League.

Das Top-Spiel

kloppelStamford Bridge. Special One gegen Normal One. Chelsea gegen Liverpool. Wenn das nicht nach Superlativen klingt. Doch der Blick auf die Tabelle sagte etwas anderes: Denn tatsächlich traf der 15.te auf den Neunten. Was die Platzierungen der Teams schon erahnen ließen, war letztlich auch auf dem Platz erkennbar. Im Spitzenspiel des elften Spieltags trafen zwei Teams aufeinander, die taktisch aktuell weit entfernt von glanzvollen Tagen der Vergangenheit entfernt sind.

Den besseren Start hatte die Mannschaft von Jose Mourinho. Schon nach vier Minuten erhielt Jürgen Klopps Zuversicht einen Dämpfer. Chelsea ging in Front. Der 48-Jährige wusste wohl, was das für den weiteren Spielverlauf bedeuten würde: Die Blues wurden aus ihrem 4-4-1-1-System heraus immer passiver und verteidigten enorm tief. Liverpool stand damit vor einer unangenehmen Ballbesitzaufgabe.

Zufälligerweise hatte Klopp hierfür vor Spielbeginn schon eine clevere Entscheidung getroffen: Er verzichtete auf einen physisch starken Stoßstürmer und beorderte Roberto Firmino ins Sturmzentrum des nominellen 4-2-3-1. Das sollte - so der theoretische Ansatz - viele Möglichkeiten bieten, um flexibel Räume zu überladen, schnelle Kombinationen zu starten und offensiv zu rotieren. In Ansätzen war dies auch auf dem Grünen zu sehen. Firmino und Zehner Lallana tauschten hin und wieder die Positionen, gerade der Brasilianer leitete einige Male kluge gruppentaktische Aktionen ein. Letztlich ließ sich Liverpool aber in vielen Fällen zu schnell auf die Flügel drängen, wo die Abstimmung und Unterstützung dann nicht immer ideal war. Der Passivität von Chelseas Abwehrpressing war es schließlich zu verdanken, dass die Reds sich aus eigentlich unglücklichen Aktionen auf den Seiten befreien konnten. Auf diese Weise kam Liverpool kurz vor der Pause auch zum Ausgleich.

Klopp reagierte. Mit Benteke brachte er doch noch einen Sturmbullen in die Partie. Firmino ging auf die Zehnerposition, Lallana nach Außen. Damit veränderte sich auch das Liverpooler Spiel. Der Fokus lag nun auf langen Bällen auf den belgischen Zielspieler, der diese meist auf das Mittelfeld abzulegen versuchte. Mit Erfolg. Beide Treffer der zweiten Hälfte zum 3:1-Sieg wurden nach diesem Muster eingeleitet. Klopp hatte damit ein glückliches Coaching-Händchen bewiesen und kann nach dem wichtigen Sieg erst einmal durchatmen. Auch wenn vor dem Deutschen weiterhin einiges an Arbeit steht.

Der Tabellenführer

Unspektakulär gegen einen schwachen Gegner. Das beschreibt den Auftritt von Spitzenreiter Manchester City gegen Norwich wohl treffend. City spielte im 4-4-1-1/4-4-2 mit dem 19-jährigen Nigerianer Kelechi Iheanacho als hängende Spitze hinter Angreifer Bony. Die Sky Blues kamen am Ende auf über 70 % Ballbesitz, was auch dem Pressingsystem von Norwich geschuldet war, das eigentlich erst im eigenen Drittel begann. Denn Jerome Cameron, Spitze des 4-5-1, nahm die meiste Zeit kaum an der Verteidigung teil. Hin und wieder streute er mal einen etwas intensiveren Lauf ein oder verfolgte einen der Sechser kurzzeitig mannorientiert. Dabei blieb es dann aber auch.

yayaSo konnte City den Spielaufbau über die Innenverteidiger und vor allem die Doppelsechs Fernandinho und Toure gemütlich laufen lassen und bis weit in die gegnerische Hälfte frei schalten und walten. Die Außenverteidiger Sagna und Kolarov unterstützten mal zunächst tief, mal gaben sie gleich Breite in den höheren Zonen. Bony und Iheanacho tauschten situativ die Positionen und boten sich für kurze Ablagen an. Schließlich begann im Angriffsdrittel die Suche nach der Lücke im gegnerischen Defensivkonstrukt. Toure spielte einige Male längere Lupferpässe in den gegnerischen Strafraum, entweder auf einen Stürmer oder den einlaufenden Linksaußen de Bruyne. Der Erfolg dieser Versuche war jedoch überschaubar.

Die spannendste Rolle bei den Citizens hatte der als langweiliger Flügelläufer verschriene Rechtsaußen Jesus Navas inne. Der Spanier zog wie auch de Bruyne häufiger in den Halbraum, startete von dort aus mit und ohne Ball vereinzelt weiträumigere Läufe ins Zentrum. Gelegentlich tauchte er auch im rechten defensiven Halbraum auf, um kurz am Aufbauspiel teilzunehmen, nur, um sich dann wieder in die höheren Räume zu orientierten. Insgesamt lebte Cities Offensivsystem sehr von individuellen Ideen. Die Abläufe waren doch ziemlich berechenbar und starr und wären gegen einen etwas stärkeren Gegner wohl recht leicht verteidigt worden. Mit der Einwechslung von Sterling übernahm de Bruyne schließlich die Position von Iheanacho. Letztlich verwunderte es jedoch wenig, dass Manchester zwei Standardsituationen brauchte, um die Partie mit 2:1 für sich zu entscheiden. 

Das Tor des Verfolgers

Arsenal hat in Swansea einen souveränen 3:0 Erfolg gefeiert und bleibt Man City damit auf den Versen. Während die ersten beiden Treffern eher der Kategorie "Hauptsache drin" angehören, war das dritte Tor der Gunners wunderbar herausgespielt. Özil und Sanchez hatten die Swansey-Defensive praktisch allein ausgehebelt und ihre ganze Klasse in einer tollen gruppentaktischen Aktion aufblitzen lassen.

Zunächst spielte Özil Sechser Coquelin, der sich im linken Halbraum positioniert hatte, aus dem Zentrum heraus an. Der Weltmeister vorderlief den Franzosen, der wiederum zu Sanchez passte. Dieser hatte sich an der Abseitsgrenze bewegt und war zurückgewichen und konnte somit den Swansea-Rechtsverteidiger aus seiner Position ziehen. Özil lief in den geöffneten Raum hinein, erhielt den Ball, Sanchez zog ins Zentrum und nahm damit kurzzeitig die nominelle Özil-Position ein. Nach einem Doppelpass im Zwischenlinienraum konnte der Deutsche halblinks durchbrechen. Dann bewies er seine ganze Übersicht und spielte einen scharfen, flachen Pass auf den zweiten Pfosten, wo Campbell nur noch vollenden musste.

Bildquelle Klopp Bildquelle Toure

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