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TSG Hoffenheim vs. Mainz 05 3:2 (Spielbericht)

Veröffentlicht in Spielberichte

Die TSG Hoffenheim hat am Samstagnachmittag bei der Heimspielpremiere von Julian Nagelsmann einen 3:2-Sieg gegen den FSV Mainz eingefahren. Während 1899 als Vorletzter damit bis auf zwei Zähler an Bremen heranrückt, fallen die 05er auf Tabellenplatz sieben zurück.

Dass Julian Nagelsmann ein Freund davon ist, die eigene Raumbesetzung (nicht die Spielprinzipien!) vom Gegner abhängig zu machen, dürfte spätestens seit dem vergangenen Wochenende bekannt sein. Insofern war zu erwarten, dass er seine Mannschaft anders als gegen Bremen dieses Mal nicht in einem 3-5-2 ins Rennen schicken würde. Der 28-Jährige entschied sich gegen den Ball für ein 4-3-3, wobei er dieses etwas atypisch interpretieren ließ.

Im Mittelfeld gab es eine klare 1-2-Staffelung mit Strobl als Sechser hinter zwei Achtern. Interessant waren allerdings die Rollen der zwei äußeren Stürmer. Beide spielten nämlich nicht allzu breit, sondern fungierten eher als eine Art Halbstürmer, meist auf Höhe von Vargas. Während dieser sich in den überwiegenden Situationen deutlich an Mainz-Sechser Baumgartlinger orientierte, versuchten Uth und Volland vom Halbraum aus die Innenverteidiger zu leiten, mindestens aber Pässe in das Zentrum zu unterbinden.

Auf Seiten des FSV zeigten Malli und Latza gerade zu Beginn einzelne Positionswechsel oder Staffelungsumformungen, beispielsweise in ein 1-2 im Mittelfeld. Zweitgenannter kippte außerdem hie und da ab, sodass mal eine Aufbaudreierkette inszeniert wurde. Insgesamt tat sich die Schmidt-Elf aber schwer, konstruktiv über die Mitte aufzubauen. Allerdings kam Mainz trotzdem zu einigen Torgelegenheiten - nämlich dann, wenn sie die Hoffenheimer Achillesferse anzugreifen wussten. Durch die halbraumlastige und hohe Position der eigentlichen Außenstürmer konnte der FSV einige Male über die Flügel nach vorne stoßen und den Raum hinter Außenverteidiger Ochs bespielen. Volland musste meist sehr intensiv rückwärtspressen, kam aber in der Regel nicht rechtzeitig hinter den Ball. Auch der ballnahe Achter hatte zuteils Schwierigkeiten, schnell genug zu unterstützen, wenn Mainz sofort einen long-line-Pass spielte. Cordoba startete oft unangenehm in Ochs' Rücken, der wie die gesamte TSG-Abwehr extrem weit und riskant nachsicherte.

Dennoch war Hoffenheim im ersten Durchgang die bessere Mannschaft. Vom frühen Rückstand durch Cordoba, der nach einem Konter gefallen war, konnten sich die Kraichgauer schnell erholen. Amiri traf zum Ausgleich. Ochs hatte Volland in einer Umschaltsituation eingesetzt, der Amiri im Zentrum bedienen konnte. Grundsätzlich war Hoffenheims Ballbesitzspiel im Vergleich zur Stevens-Ära deutlich strategischer angelegt, es wurde häufiger neu aufgebaut, kaum krampfhaft ein langer Ball ins Angriffsdrittel geschlagen.

Oft bildete die Nagelsmann-Truppe eine Dreierkette im Ballbesitz, indem Ochs tiefer blieb als Pendant Kaderabek. Strobl diente vor der Abwehr als Bindeglied, die Achter positionierten sich oft recht hoch, um dann variabel zurückzufallen. Mainz hatte überraschenderweise mit einigen Kompaktheitsproblemen zu kämpfen. Die Mannorientierungen führten des Öfteren dazu, dass die 4-4-2-Grundordnung aufgegeben und Raum ungewollt freigeben wurde. Die breite Hoffenheimer Dreierkette zwang Malli und Cordoba außerdem dazu, aus der Mitte auszuweichen, wenn sie die Halbverteidiger pressen wollten.

Zur zweiten Halbzeit konnte 1899 dann zudem seine Anfälligkeit nach gegnerischen Flügelangriffen reduzieren. Das lag vor allem daran, dass das Zusammenspiel zwischen Außenverteidiger, Achter und Außenstürmer besser funktionierte, Volland sich beispielsweise teilweise etwas tiefer bewegte und entsprechend schneller Zugriff auf den Mainzer Rechtsverteidiger bekam. Das 2:1 von Uth infolge eines Volland-Durchbruchs war keinesfalls unverdient. Kurze Zeit später traf der umstrittene Angreifer dann sogar ein zweites Mal - dieses Mal nach einem Flügelsprint von Kaderabek nach einer Hoffenheimer Balleroberung. Nach dem Anschlusstreffer von Jairo wurde es dann noch einmal spannend. Die Gastgeber verteidigten fortan viel tiefer, Mainz rannte an und warf in den letzten Minuten alles nach vorne. Am Ende aber brachte Hoffenheim das Ergebnis über die Zeit.

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