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1. FC Köln vs. Hertha BSC (Vorbericht)

Veröffentlicht in Spielberichte

Kann die Hertha den Vorsprung auf die Konkurrenz ausbauen? Noch immer ist die Mannschaft von Pal Dardai im Jahr 2016 ohne Sieg. Am vergangenen Wochenende kam der Hauptstadtklub zuhause gegen Wolfsburg zu einem 1:1-Unentschieden. Trotzdem steht die Alte Dame weiterhin auf dem dritten Platz. Gegner Köln musste am letzten Spieltag eine bittere 0:1-Derbypleite gegen Gladbach hinnehmen. Mit einem Heimsieg über Hertha hätte man die Chance, mindestens bis Samstag auf Platz acht vorzurücken und Anschluss an die europäischen Plätze zu halten.

Das womöglich schwerwiegendste Problem der Vorwoche war die große Kölner Zugriffslosigkeit im Pressing. Prinzipiell wurde das 4-4-2 durchaus herausrückend interpretiert, trotzdem war die Passivität so groß, dass Gladbach kaum in Bedrängnis kam. Die Folge dessen: Die Borussia konnte die geöffneten Räume belieb besetzen und bespielen. Das Verlassen der Positionen hatten aus FC-Sicht keinerlei positiven Effekt. Insofern wird es spannend, welche Lehren Peter Stöger aus dem vergangenen Spiel ziehen wird. Möchte er das 4-4-2 wieder grundlegend raumorientierter und positionell disziplinierter umgesetzt sehen? Oder vertraut er darauf, dass seine Mannschaft wieder passender und intensiver Druck ausübt?

Gegen Wolfsburg sah sich die Hertha vor allem mit ersterer Variante konfrontiert. Die Wölfe spielten ebenfalls in einem 4-4-2 und ließen sich nur selten aus ihren Positionen locken. Die Berliner versuchten genau dies zwar über sehr tiefe Innenverteidiger zu provozieren, blieben damit aber größtenteils erfolglos. Wenn die gegnerischen Stürmer mal herausrückten, nahmen die Mittelfeldspieler die Verfolgung von Skjelbred und Lustenberger. Ansonsten versuchten die Spitzen das Duo in ihren Deckungsschatten zu nehmen. Köln interpretiert sein Defensivsystem für gewöhnlich sehr ähnlich: Die defensiven Mittelfeldspieler arbeiten mit Mannorientierungen und die Stürmer versuchen durch ein leitendes, bogenförmiges Anlaufen Pässe auf die Außenpositionen zu erzwingen. Gut möglich also, dass die Berliner in Köln eine nicht ganz unbekannte Aufgabe erwartet, wenngleich auch nicht auszuschließen ist, dass sich Stöger letztlich doch wieder für eine Dreierkette entscheidet. Mittlerweile ist Köln nicht nur taktisch-strategisch, sondern auch formativ schließlich nur noch schwer einzuschätzen.

Grundsätzlich kann Hertha im Mittelfeld auf eine hohe Flexibilität und reichlich Dynamik vertrauen, die gerade gegen Mannorientierungen durchaus wirkungsvoll sein kann. Beim Wölfe-Spiel waren es jedoch vor allem die schwächeren Verbindungen in die Angriffszone (neben der starken gegnerischen Defensivstrategie), die ein Offensivfeuerwerk verhinderten. Kalou und Haraguchi rückten häufiger in den Zehnerraum ein, konnten von dort aber auch kaum für sinnvolle Folgeszenen sorgen. Nicht unwesentlich wird sicherlich, ob man den gesperrten Darida ersetzen kann. Sollte Baumjohann den Tschechen vertreten dürfen, wird er vermutlich weniger in das eigene Drittel zurückfallen, was der Hertha unter Umständen etwas Variabilität in den Staffelungen kosten könnte. Dafür ist Baumjohann in den engen, schwächer verbundenen Situationen vielleicht noch einmal stärker.

Köln wird sich indes wohl vorrangig auf das Kontern konzentrieren. Im eigenen Ballbesitz sollte es im Normalfall äußert schwer werden, gegen Herthas Mittelfeldpressing in das Zentrum einzudringen. Nicht unwahrscheinlich, dass man sich gleich damit abfinden wird, über die Flügel angreifen zu müssen und die Staffelungen genau darauf ausrichtet. Im Falle eines 3-5-2-Systems könnte der jeweilige Halbverteidiger mit Ball aufrücken, der ballnahe Stürmer hätte die Möglichkeit, auszuweichen und damit den gegnerischen Außenverteidiger zu binden und für eine lokale Überzahl zu sorgen.

Fazit

Die Hertha wird als selbsternannte Ballbesitzmannschaft sicher mehr Spielanteile haben. Allerdings ist offen, für welche Defensivstrategie und -formation sich Köln entscheiden wird. Von einem passiven 4-4-2 bis hin zu einem aggressiven 3-5-2-Angriffspressing scheint alles möglich. Abzuwarten bleibt indes, wie viel Risiko die Berliner im Ballbesitz eingehen werden. Schließlich wird auch Pal Dardai die Konterstärke der Domstädter nicht veborgen geblieben sein. Tipp: 1:1.

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