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VfL Wolfsburg vs. FC Bayern (Spielbericht)

Veröffentlicht in Spielberichte

Für die Bayern dürfte die Champions League in Anbetracht des komfortablen Vorsprungs auf Platz zwei Priorität haben. Der VfL Wolfsburg hingegen ist im Duell gegen den Rekordmeister beinahe schon zum Punkten verdammt. Denn mit nur 31 Zählern sind die Wölfe deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben, der Rückstand auf Platz drei beträgt derzeit acht Zähler. Im Kampf um Europa könnte jeder weitere Punktverlust entsprechend fatale Folgen haben.

Die vielleicht spannendste Frage im Vorfeld des Spiels ist vermutlich, mit welcher Defensivstrategie Dieter Hecking seine Mannschaft ins Rennen schicken wird. Im Hinspiel hatten die Münchener vergleichsweise leichtes Spiel, weil der VfL starr an seinem mannorientierten 4-4-2-Mittelfeldpressing festhielt und sich nicht den Staffelungen der Bayern anpasste. Guardiolas darauf zugeschnittene In-Game-Änderung verpasste den Niedersachsen dann den Todesstoß.

Am vergangenen Wochenende gegen die Hertha entschied sich Hecking für eine sehr passive Ausrichtung ohne größere herausrückende Bewegungen. Der Fokus lag klar darauf, den Gegner auf die Flügel zu zwingen und in der Formation als kompakter Block zusammenzustehen. Die Stürmer schossen kaum aus ihrer Position heraus, waren stattdessen darum bemüht, die gegnerischen Sechser in ihren Deckungsschatten zu nehmen. Dazu positionierten sich beide Flügelspieler der zweiten Viererkette sehr eng und halbraumlastig. Womöglich könnte man so auch das Einrücken des bzw. der bayerischen Außenverteidiger ein wenig neutralisieren. Allerdings würde man damit wohl zugleich Gefahr laufen, den Münchenern gleich die Passwege auf ihre Flügeldribbler zu öffnen.

Grundsätzlich sollte Bayern keine größeren Schwierigkeiten haben, Wolfsburgs erste Aufbaulinie zu überspielen. Der Sechser, vermutlich Alonso, könnte durch ein Zurückfallen Überzahl schaffen und den Innenverteidigern die Möglichkeit geben, aufzufächern. Sollten die Gastgeber dann die mittlerweile gewohnten Rechtsüberladungen beibehalten, könnte es für den VfL problematisch werden, Zugriff zu entwickeln. Müller dürfte beispielsweise den gegnerischen Linksverteidiger binden, Lahm den Flügelspieler davor. Das würde Robben oder dem jeweiligen Außenstürmer unter Umständen viel Platz verschaffen.

Wichtig wird es entsprechend, die Pressingstaffelung auf diese Fallen des Bayern-Systems einzustellen. Ein Vorteil könnte vielleicht darin liegen, dass Pep Guardiola nach dem harten Champions-League-Spiel ein wenig rotieren und das Positionsspiel gegebenenfalls etwas schwächer wird als zuletzt.

Ob der VfL selbst in strukturierte, raumgewinnende Aufbauaktionen gelangen wird, darf indes bezweifelt werden. Nicht nur, weil das bayerische Pressing dem im Normalfall einen Strich durch die Rechnung machen dürfte. Für gewöhnlich versucht der Rekordmeister seinen Gegner früh nach Außen zu leiten, um dann durch ein Herausrücken eines Mittelfeldspielers für unangenehme Drucksituationen zu sorgen. Wolfsburg hatte in den vergangenen Wochen auch immer wieder damit zu kämpfen, überhaupt passende Ballbesitzstaffelungen zu generieren. Die Rückkehr von Arnold versprach hier ein wenig Verbesserung. Generell war die Abhängigkeit von Kruse und Draxler, die sich variabel in die Zwischenräume bewegten, aber zu groß.

Insofern wird der Fokus des letztjährigen Pokalsiegers vermutlich darauf liegen, über Konter zum Erfolg zu kommen. Entscheidend wird sein, inwieweit dieses Ziel in Einklang mit dem Defensivkonzept gebracht werden kann. Eine extrem passive Grundhaltung wird vermutlich dazu führen, dass die Konterchancen über 90 Minuten rar gesät sein werden. Dann würde es eine enorme Effizienz brauchen, um tatsächlich die Möglichkeit auf einen Sieg zu haben.

Fazit

Welche Defensivstrategie legt sich Dieter Hecking zurecht? Das oft gesehene 4-4-2-Mittelfeldpressing sollten die Bayern im Normalfall früher oder später zum Einsturz bringen können. Ein Wolfsburger Hoffnungsschimmer liegt mit Sicherheit darin, dass die Münchener Personal schonen werden und das eigene Ballbesitzverhalten dadurch etwas unsauber wird. Grundsätzlich dürfte Guardiola seine Mannschaft aber unabhängig von der genauen Startelf darauf ausrichten, spätestens im Angriffsdrittel in die Flügelräume zu gelangen. Denn zwei der vier Flügeldribbler werden sicherlich spielen. Tipp: 1:0.

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