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Borussia Dortmund vs. TSG Hoffenheim (Vorbericht)

Veröffentlicht in Spielberichte

Dortmund gegen Hoffenheim, Tuchel gegen Nagelsmann - mehr Talent auf den Trainerbänken geht wohl kaum. Nach dem Sieg über Mainz steht für Letztgenannten nun die größte Herausforderung seiner noch jungen Trainerkarriere bevor. Der Anreiz könnte dabei kaum größer sein: Mit einem Sieg würde Hoffenheim definitiv auf den Relegationsplatz klettern und Bremen hinter sich lassen. Für den BVB geht es weiterhin nur darum, Platz zwei zu festigen. Nicht wenige vermuten, dass der Fokus in den kommenden Wochen ob des riesigen Vorsprungs auf Rang drei auf den Pokalwettbewerben liegen wird.

Julian Nagelsmann hat in den vergangenen Wochen immer wieder betont, weniger in Formationen, sondern vielmehr in Spielprinzipien zu denken. Für das Dortmund-Spiel dürfte das bedeuten, dass der 28-Jährige sich in Sachen eigener Raumbesetzung gezielt auf die schwarzgelbe-Struktur einstellen wird. In den vergangenen Wochen hat Dortmund im Spielaufbau immer häufiger mit tiefen Außenverteidigern gearbeitet, um die Konteranfälligkeit am Flügel zu mindern. Teilweise gab es auch kleinere Asymmetrien, indem nur einer der beiden Außenverteidiger im eigenen Drittel blieb, der andere aufrückte. Für Nagelsmann heißt dies, dass er sich nicht dogmatisch auf eine Dortmunder Struktur vorbereiten kann, sondern unter Umständen - je nach gegnerischer Ballbesitz-Staffelung - während des Spiels reagieren muss. Grundsätzlich würde es nicht überraschen, wenn Hoffenheim den BVB bereits früh in dessen Hälfte unter Druck setzen würde. In der letzten Woche spielte die TSG ein 4-3-3-/4-1-2-1-2-haftes Angriffs- bzw. höheres Mittelfeldpressing. Interessant war dabei, dass die nominellen Flügelstürmer nicht besonders breit agierten, sondern sich sehr halbraumlastig an den gegnerischen Innenverteidigern orientierten, während Sturmspitze Vargas den tiefen gegnerischen Sechser aufnahm. Eine Schwachstelle, die dieses System hatte, lag in der Kontrolle der Flügelräume. Durch die nur einfache Besetzung eben dieser konnte Mainz häufiger in den Rücken des eingerückten Außenstürmers spielen und anschließend einen Ball hinter Linksverteidiger Ochs schlagen.

Hoffenheim wird sicherlich versuchen, weiterhin einen mutigen Pressingansatz zu wählen und Dortmund zu langen Bällen zu zwingen. Dennoch könnte die Raumbesetzung etwas balancierter sein als in der letzten Woche. Ob dies dann in irgendeiner Form die Kompaktheit des Zentrums schwächen wird, bleibt abzuwarten. Zumal noch offen ist, welches Personal Tuchel ins Rennen geschicken wird. Mit Ginter, Bender und Leitner auf den drei Mittelfeldpositionen agierte Dortmund schwächer als gewohnt im Positionsspiel. Allerdings zeigt dies auch: Für Nagelsmann wird es extrem schwer, sich auf den Gegner einzustellen, weil dessen Ausrichtung nicht nur taktisch, sondern auch personell einige Fragezeichen bietet.

Interessant wird sicherlich, mit welchem Aufbaukonzept die Kraichgauer auftreten werden. Schließlich dürfte die Borussia ihr gewohntes Angriffspressing spielen, den Gegner über das mögliche 4-3-3 schnell auf die Flügel leiten wollen. Am vergangenen Spieltag arbeitete Hoffenheim dauerhaft mit einer Dreierkette im Spielaufbau und einem tiefen Sechser, während die übrigen Spieler sich teilweise weit in die gegnerische Formation begaben und dort angespielt werden sollten. Der Fokus lag klar darauf, das Mittelfeld mit schnellen Pässen zu überbrücken, dann mit dynamischen Ablagen zu arbeiten und ein anliegendes Dreieck anzuspielen. Wenn Dortmund früh Druck ausübt, könnte es für Hoffenheims Aufbauspieler schwierig werden, das Spielgerät gleich in die vorderen Bereiche zu bringen, sodass Nagelsmann vielleicht auf eine dauerhaftere Besetzung der Mittelfeldräume bauen wird.

Fazit

Die Partie verspricht ohne Zweifel so einige In-Game-Umstellungen, weil auf beiden Seiten unklar ist, wie die anfängliche Marschroute aussehen wird. Sicherlich sind einige Prinzipien einfach vorauszuahnen: Dortmund wird beispielsweise Angriffspressing spielen und sein gewohntes Positionsspiel aufziehen wollen. Die konkrete Umsetzung aber scheint völlig offen. Das macht die Prognose schwierig - die Möglichkeit, dass die Partie durch Coaching-Maßnahmen entscheiden wird, ist jedenfalls definitiv gegeben. Tipp: 1:1.

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