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Sturmfünfkampf beim FC - Osako gesetzt, Außenseiter Finne

Veröffentlicht in Taktikanalysen

Mit dem Trainingsauftakt des 1. FC Köln hat nicht nur die Vorbereitung auf die Saison, sondern auch der Kampf um die Stammplätze begonnen. Gleich fünf Angreifer machen sich Hoffnungen, in Peter Stögers 4-4-2 einen der begehrten Plätze zu erhalten. Während der bewegungsstarke Japaner Yuya Osako vorerst gesetzt zu sein scheint, steht Rückkehrer Simon Zoller trotz seines großen Potenzials auf der Kippe.

"Wir haben uns ganz bewusst so breit und gleichzeitig qualitativ stark aufgestellt. Wir haben gerade letzte Saison erst gesehen, dass die Integration von Neuzugängen auch mal länger dauern kann", erklärte Sport-Boss Jörg Schmadtke die fünffache Besetzung im Sturm in der Bild. Gleichzeitig betonte er: "Yuya hat in der Rückrunde deutlich nachgewiesen, welche Qualitäten er hat und wird daran anknüpfen. Es wird schwer, in dieser Saison an ihm vorbei zu kommen!"

Was für Osako spricht: Er verkörpert einen ganz eigenen Spielertypen im Vergleich zu Hosiner, Modeste und Zoller, ist sehr kombinationsorientiert, technisch begabt, lauf- und pressingstark, weiträumig und hat gute Laufwege in den Räumen. Auch deshalb harmonierte er ideal mit Anthony Ujah, der primär als Wand- und Ablagespieler eingesetzt wurde, sodass Osako sich flexibel um den Nigerianer bewegen und die losen Bälle einsammeln konnte. Teilweise mangelt es dem Japaner noch an der notwendigen Durchschlagskraft im Strafraum, aber auch in Direktduellen, was er durch seine Wendigkeit im Laufe der Rückserie jedoch immer besser kompensieren konnte. Außerdem bringt er nicht die notwendige Physis mit, um konstant Bälle gegen robuste, aggressive Gegenspieler festzumachen oder sich in der Luft zu behaupten.

Neuzugang Philipp Hosiner wäre wohl kaum in der Lage, Ujahs Part eins-zu-eins zu adaptieren. Dafür könnte er den Fokus auf dynamische Kombinationen und Konter weiter erhöhen, bewegt sich auch der Österreicher durchaus intelligent und bietet sich bisweilen kleinräumig an, um Lücken zu reißen und das Kurzpassspiel zu fördern. Außerdem verfügt er über einen sehr guten Antritt, könnte vor allem gegen mannorientiert verteidigende Gegner ein gutes Mittel darstellen, wenn man die Abwehrkette des Gegners auseinander- oder herausziehen möchte. Im Direktzweikampf bringt Hosiner zudem ein hohes Geschick mit, schirmt Bälle gut ab und ist stets auf Höhe des Geschehens, was ihm in Sprints immer wieder kleinere Vorsprünge verschafft. Gemeinsam mit Osako könnte er folglich gewissermaßen ein Duo darstellen, das sehr schwer zu greifen ist, eine unterschiedlich genutzte, aber sehr hohe Beweglichkeit mitbringt, die für ein flaches, schnelles Spiel in die Spitze nahezu perfekt eingesetzt werden kann. Dazu hat Hosiner vor dem Tor über eine gewisse Coolness - ein weiterer Faktor, der nicht unterschätzt werden darf.

Mit Anthony Modeste hat der FC vor wenigen Tagen einen Stürmer verpflichtet, der Hosiner prinzipiell gar nicht so unähnlich ist. Grundsätzlich ist der Franzose zwar nicht ganz so beweglich wie sein österreichischer Konkurrent, dafür potenziell weniger fixiert auf bestimmte Räume. Hinzu kommt, dass er physisch stärker ist, seine Wucht in Zweikämpfen klug nutzt, im Kombinationsspiel allerdings wiederum deutlich schwächer einzuschätzen ist. Ähnlichkeiten liegen zwischen den beiden insbesondere im Umschaltverhalten, nicht umsonst wird Modeste oft als Konterstürmer deklariert, was trotz seiner körperlichen Stärke auch keinesfalls falsch ist. Modeste ist ebenfalls sehr antrittsstark, in der Lage, Lücken klug anzulaufen und zu nutzen und grundsätzlich sehr darauf konzentriert, über derartige Aktionen in Abschlusspositionen zu gelangen. Kritisiert wurde in Hoffenheim häufig seine Chancenverwertung, wenngleich dies eher ein mentales und damit temporäres Problem gewesen sein dürfte als ein Zeichen mangelnder Qualität im Torabschluss. Theoretisch dürfte Modeste also ebenso sehr gut mit Osako harmonieren, von der Spielanlage her vielleicht sogar noch einen Tick näher an Ujah sein als Hosiner. Möglich wäre, dass Coach Stöger sich je nach Gegner und Fokus zwischen Hosiner und Modeste entscheidet.

Doch auch Simon Zoller ist zumindest vorerst weiterhin im Rennen um die Startplätze. Zwar bestätigte Schmadtke, dass der Ex-Lauterer aktuell eher im Nachteil ist, potenziell bringt er allerdings alle Fähigkeiten mit, um den Rückstand wieder aufzuholen. Er vereint nämlich 'modestsche Robustheit' mit einem 'hosinerschen Antritt' sowie der 'osakoschen Technik'. Zwar nutzt er diese Stärken allesamt nur sehr inkonstant, doch sollte es ihm gelingen, diese dauerhaft auf den Platz zu bringen, dürfte Stöger kaum an ihm vorbeikommen. Auch im Kombinationsspiel hatte Zoller vereinzelt schon sehr gute Szenen, wovon auch Osako profitieren könnte, um selbst mehr Aktionen in Richtung Tor zu erzeugen.

Bard Finne ist in Anbetracht der für Kölner Verhältnisse durchaus bemerkenswert starken Besetzung im Sturm aktuell der krasse Außenseiter im Fünfkampf. In erster Linie dürfte er als Backup von Osako fungieren, da auch Finne selten die ganz großen Durchbruchsaktionen und eine entsprechend schwache Torausbeute hat, das Spiel aus der Tiefe liebt und eine hohe Dynamik besitzt. Seine Arbeitsrate ist ebenfalls sehr hoch, sein technisches Niveau als gut zu bewerten. Hinsichtlich der Entscheidungsfindung, Konstanz und der Durchsetzungskraft muss er jedoch noch deutlich zulegen, um dauerhaft eine Option für die erste Elf darzustellen. Sollte Osako fit bleiben, dürfte es für ihn beim FC kaum Chancen auf Einsatzzeiten im Zentrum geben. Zuletzt probierte Stöger ihn deshalb bereits vermehrt auf dem Flügel aus.

Fazit

Die Kölner können sich auf fünf grundsätzlich sehr interessante Stürmertypen freuen, die allesamt leicht unterschiedliche Stärken mitbringen. Modeste und Hosiner sind in Umschaltmomenten sehr stark und dürften gemeinsam eher weniger gut harmonieren, jedoch umso besser zu Osako passen. Dessen Alternative wiederum ist wohl in erster Linie Finne, der großes Potenzial besitzt, aber noch nicht ganz auf Bundesliga-Niveau mithalten kann. Zoller ist wohl der theoretisch kompletteste Stürmer im Kader, hat aber klare Probleme, seine Qualitäten auch auf den Platz zu bringen. Er wäre wohl der Stürmertyp, der mit allen vier Konkurrenten funktionieren könnte, wobei auch hier gilt, dass eine Konstellation mit Osako wohl die vielversprechendste wäre.

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