Kann Bruno Leipzig besser machen?

Veröffentlicht in Taktikanalysen

Massimo Bruno wird in der kommenden Saison für RB Leizpig in der zweiten Bundesliga auflaufen. Der 21-jährige Mittelfeldspieler war zuletzt an Red Bull Salzburg ausgeliehen, überzeugte dort aber nur selten. Brunos Vertrag in Leipzig läuft noch bis 2019.

"Massimo ist ein ganz feiner Fußballer und ein Spieler, wie wir ihn jetzt brauchen. Er versprüht Torgefahr und legt auch uneigennützig Tore auf. Wir müssen nun schauen, dass er sich hier so schnell wie möglich zurecht findet", sagte RBL-Sportdirektor und -Trainer Ralf Rangnick.

In der Tat: Bruno erzielte in 24 Bundesliga-Spielen für Salzburg elf Scorer - ein durchaus respektabler Wert für einen Akteur, der zuvor nur in Belgien aktiv war. In Bezug auf die Torschussvorbereitungen gehörte er in der abgelaufenen Saison sogar dem Ligaprimus an. Trotzdem ist der Youngster in seiner Spielanlage teilweise etwas unflexibel und statisch.

Grundsätzlich ist festzuhalten, dass Bruno über eine auch in engeren Räumen starke Technik, eine enorme Ballsicherheit und ein hohes Kombinationsvermögen verfügt. Seine stärksten Spiele in Salzburg machte er im offensiven Mittelfeld in einem 4-3-1-2. Dort konnte er seine Stärken ideal ausspielen, weil seine Mitspieler um Kampl, Soriano und Co. die fehlende Dynamik, Antrittsschnelligkeit und die Probleme in der Entscheidungsfindung durch ihr hohes Tempo und ihre hohe Vertikalität gut ausglichen.

Teilweise machte Bruno das Spiel langsam, wenn es besser gewesen wäre, den Ball schnellstmöglich nach vorne zu tragen. Obwohl er die Position auf dem linken Flügel recht halbraumlastig interpretierte, wurden seine Schwächen dort aufgrund der unpassenden Umgebung und den fehlenden Kompensationsmöglichkeiten deutlich stärker sichtbar. Bruno benötigt folglich gewissermaßen die passenden Voraussetzungen, um glänzen zu können. Ein Akteur, der in einer disharmonischen Gesamtkonstellation konstant den Unterschied machen kann, ist er nicht. Potenziell sollte er aber recht gut zu den laufstarken Poulsen, Selke und Ilsanker passen und als spielstarkes Verbindungsglied zwischen dem Trio fungieren können.

Defensivtaktisch ist Bruno keinesfalls so schwach wie er häufig gemacht wird. Gerade in Direktduellen ist seine Eroberungsquote für einen Offensivspieler absolut in Ordnung. Für weiträumige Verfolgungsjagden ist er jedoch aufgrund genannter Schwächen eher nicht gemacht. Auch hier gilt also: Bruno muss passend eingebunden werden, damit er defensiv einen Mehrwert für die Mannschaft darstellt. Die zweite deutsche Liga sollte ein gutes Pflaster für ihn sein, um sich Stück für Stück an das hohe Spielniveau in Deutschland zu gewöhnen.

 

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