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Gomez - Unterschätzte Genialität und Inkonstanz [2]

Veröffentlicht in Taktikanalysen

Mario Gomez bleibt auf seine ganz eigene Art ein Phänomen. Bei kaum einem deutschen Spieler klaffen die Leistungsbeurteilungen derart auseinander wie beim 29-Jährigen. Von Weltklasse-Spieler bis hin zu Anti-Fußballer gehen die Bezeichnungen für den einstigen Nationalspieler in den Niederungen des Internets. Teil 2 der Analyse (Klick für Teil 1).

 

 

Mario Gomez ist in einem System ideal aufgehoben, wenn er seine Dynamik, strategische Dribbelstärke sowie Ballmitnahme in den freien Raum zur Geltung bringen kann, während seine Schwächen, beispielsweise die Ballverarbeitung in statischen Situationen, kaschiert werden. Bei welchem Klub könnte er außerdem sein Talent im Rückwärtspressing effektiv nutzen? Seine Pendelbewegungen für das Fördern von schnellen Kombinationen einsetzen?

Vor zwei Jahren hätte man annehmen können, dass Mario Gomez der perfekte Stürmer für Borussia Dortmund sein könnte. Zwar ist er in der Ballbehauptung in der Luft und am Boden deutlich bzw. etwas schwächer einzuschätzen als Robert Lewandowski, hinsichtlich der Qualitäten gegen den Ball steht er dem Polen jedoch in Nichts nach. Auch die permanente Dynamik des Borussen-Spiels, die vielen Umschaltmomente, in denen Gomez seine Läufe in die Schnittstellen hätte forcieren können, um dann seine Stärke in der Mitnahme in Richtung Tor einzubringen, wären ihm fraglos entgegen gekommen. Zumal der grundlegende Instinkt von Gomez im Sechzehnerraum dem BVB-Spiel eine neue Kompetenz in Bezug auf die Einlaufbewegungen in die Box hätte geben können. Im Allgemeinen gilt Dortmund als ein Team, das eine vergleichsweise schwache Verwertungsquote von Großchancen hat. Statistiken der vergangenen Jahre bestätigen diese These. Doch das Tempo der Dortmunder Spielanlage hat aus vielschichtigen Gründen abgenommen, wodurch die 'Gomezschen Stärken' deutlich weniger eingebunden werden könnten, auch wenn er theoretisch immer noch eine gute Pressingoption darstellen würde. Aubameyang ist vermutlich in Sachen Sprintschnelligkeit und Beweglichkeit noch besser als Gomez, dafür kommt der Gabuner an die Intelligenz des Ex-Nationalspielers in der Arbeit gegen den Ball nicht heran. Zusammenfassend lässt sich also festhalten, dass Gomez unter rein sportlichen Gesichtspunkten weiterhin eine spannende Angriffs-Alternative für den BVB sein könnte, deren Effektivität im Ballbesitzspiel aber geringer sein dürfte als zur Kloppschen Hochzeit.

Interessant wäre sicherlich auch ein Gomez-Engagement bei Bayer Leverkusen. Als solider Kombinationsspieler und genialer Arbeiter bei Gegnerballbesitz wäre er ein potenziell passender Spieler für Schmidts pressingfokussierten Fußball, wenngleich er in Bezug auf die Sauberkeit des Passspiels wohl hinter dem Salzburger Soriano steht, der einst wohl so etwas wie den Idealtypen im System von Schmidt darstellte. Erfolgreich könnten allerdings seine Ausweichbewegungen auf die Flügel sein, da er so als Wandspieler für die diagonalen Son und Bellarabi fungieren könnte. Doch auch für andere Klubs in der Liga sollte Gomez weiter ein Name sein, der intern zumindest diskutiert wird. In Wolfsburg wäre er als Dost-Ersatz potenziell geeignet, selbiges wäre auf Schalke in Bezug auf Huntelaar denkbar. Sicherlich: Gomez bedeutet in allen Fällen nicht gleich ein großes Upgrade zum aktuell Personal und benötigt das Vertrauen des Trainers und des Umfelds, um Topleistung zeigen zu können, dann aber sollte er noch immer zu den stärksten Stürmern der Liga gehören.

 

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