U21: Mit Gegenpressing, Dynamik und Physis ins Finale?

Veröffentlicht in Taktikanalysen

Mit viel Respekt, aber auch reichlich Selbstbewusstsein geht die deutsche U-21-Nationalmannschaft heute Abend in das wichtige EM-Halbfinale gegen Portugal.

"Mich stimmt zuversichtlich, dass meine Mannschaft in allen drei Gruppenspielen nicht umgefallen ist. Wenn es nötig war, haben sie ein Schippe draufgelegt", relativierte Coach Horst Hrubesch die Leistungen der DFB-Elf in der Vorrunde, die allgemein als enttäuschend angesehen worden sind. Zwar dürfe man sich "nicht darauf verlassen", dass die portugiesische Ladehemmung weiter Bestand hat (erst zwei Turniertore), grundsätzlich wolle man sich aber weiter auf seine eigenen Stärken besinnen. "Wir fürchten uns vor nichts, das wird ein Spiel auf Augenhöhe", erklärte Hrubesch.

Rechtsverteidiger Julian Korb schloss sich dem an: "Wir wissen, was sie können, wichtiger ist aber, dass wir auch wissen, was wir können." Und das ist durchaus viel: Die deutsche Mannschaft spielt ein herausragendes Gegenpressing, teilweise in Engen, teilweise aber auch sehr weiträumig. Vor allem Joshua Kimmich und Emre Can haben hier mit ihrer Lauf- und Zweikampfstärke eine Schlüsselrolle inne, sind überragende Balleroberer.

Insgesamt setzt die U21 ihre Gegner sehr früh und gut unter Druck - gegen das technisch gute Portugal wird sicherlich schnell sichtbar, wie schnell das deutsche Defensivgebilde tatsächlich ist. Hinsichtlich der Dynamik und Physis sollte es im Wettbewerb kein Team geben, das den DFB-Junioren gewachsen ist.

Ein wesentlicher Faktor wird sein, ob die Mannschaft es im Falle einer Führung schafft, die Hektik, die ihr Spiel so oft prägt, etwas herauszunehmen und eine horizontalere, stabilere Zirkulation zu schaffen. Meist wird der Ball möglichst schnell in die Spitze getragen, was gleichzeitig aber ein hohes Risiko birgt und dem Gegner häufig Umschaltmomente ermöglicht. Eine gute Balance wird hier nötig sein. Dann sollte dem Finaleinzug nichts mehr im Wege stehen.

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