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Drmic da, Kruse weg, Raffael gesetzt - Sturm im Check

Veröffentlicht in Taktikanalysen

Durch den Abgang von Max Kruse und dem Transfer des Schweizers Josip Drmic geht Champions-League-Teilnehmer Borussia Mönchengladbach mit einer veränderten Sturmkonstellation in die neue Saison. Toorschuss.de beschrieb bereits, weshalb Drmic potenziell zu den Fohlen passt. Doch welche Ausgangslage hat der 22-Jährige im Kampf um die begehrten Startplätze? Mit wem würde er harmonieren? Und: Reicht die Kaderqualität im Angriff bereits aus oder muss noch einmal nachgebessert werden?

Mit den genannnten Josip Drmic und Raffael sowie den beiden Youngsters Branimir Hrgota und Marlon Ritter hat die Borussia für die kommende Saison vier nominelle Stürmer unter Vertrag (Mlapa wird trotz laufendem Arbeitsvertrag im Profiteam wohl keine Rolle mehr spielen), was quantitativ durchaus eine gute Konstellation ist. Qualitativ stehen allerdings hinter den noch etwas unerfahrenen Hrgota und Ritter größere Fragezeichen. Dadurch, dass Patrick Herrmann, Lars Stindl und Andre Hahn potenziell auch als Teil einer Doppelspitze eingesetzt werden können, gleicht sich dies wieder ein wenig aus. Grundsätzlich wäre auch unter Berücksichtigung der Dreifachbelastung ein weiterer Transfer im Angriff aber durchaus eine Möglichkeit, über die man nachdenken sollte. 

Raffael scheint auch aufgrund seiner flexiblen Spielanlage unter Lucien Favre gesetzt. Gerade für das Aufbauspiel hat der Brasilianer einen hohen Wert. Er interpretiert seine Stürmerrolle - wie auch Kruse im vergangenen Jahr - mit einer sehr hohen Bewegung und Aktivität in der Vertikalen und Horizontalen. Seine Läufe in die Schnittstellen der gegnerischen Defensive sind meist sehr gut an Zeit, Raum und Ballposition angepasst. Dieses situative Zurückfallen schafft wiederum Platz für diagonale Läufe der Außen. Gewissermaßen nehmen die Flügel also temporär eine stürmerartige Rolle ein, während die nominellen Angreifer sich vermeintlichen Aufgaben von Mittelfeldspielern annehmen, was auch erklärt, warum Herrmann & Co. im Gladbacher System auch im Angriff eine Option darstellen.

Eine weitere Qualität von Raffael ist die hohe Beweglichkeit und technische Sauberkeit in engeren Räumen. Seine Dribblings sind grundsätzlich sehr raumgreifend, dynamisch und ermöglichen im hohen Maße gute Folgeaktion in Kombination mit der sehr klaren, gefestigten Gladbacher Offensivstruktur. Auch im Pressing stellt er eine wichtige Figur dar, unabhängig davon, ob er sehr aggressiv und aktiv attackiert oder Teil des blockartigen, passiven Mittelfeldpressings ist. Was auffällt: Die Stärken Kruses gleichen sich in vielen Aspekten mit denen von Raffael. Favre sucht folglich entgegen den Präferenzen vieler Coaches keine Stürmer, die sich ergänzen, sondern ein Duo mit ähnlichen Profilen, was in Bezug auf das System gewisse Vorteile bringt, wenngleich es natürlich die Flexibilität ein wenig einschränken wird.

Drmic dürfte die Rolle Kruses grundsätzlich recht gut ausfüllen können, auch wenn er in vielen Aspekten nicht ganz so stark ist wie sein Vorgänger. Er kann zwar ebenso dynamisch pendelnd, zurückweichen und Räume öffnen, ist aber im Dribbling schwächer einzuschätzen und in der Entscheidungsfindung in komplexeren Situationen nicht derart sicher, kreativ und technisch sauber. Gleichzeitig ist er etwas tororientierter und strafraumfixierter als Kruse, ohne starr oder räumlich unflexibel zu agieren. In Kombination mit Raffael verspräche dies ein sehr interessantes, aber aktional verändertes Duo. Raffaels Aufgaben im Aufbau könnten noch größer werden, während Drmic etwas höher eingebunden werden dürfte, um mehr direkte Torgefahr und Durchschlagskraft zu erzeugen. Teil zwei folgt.

 

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