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Arda Turan und Barcelona - eine 50/50-Sache (2)

Veröffentlicht in Taktikanalysen

Seit einigen Tagen kursieren Gerüchte um einen Wechsel des aktuell besten türkischstämmigen Spielers zum FC Barcelona durch die Welt des Internets. Die Rede ist von Arda Turan. Der Rojiblanco soll 35 Millionen Euro kosten und einen mehrjährigen Vertrag bei den Katalanen erhalten. Doch würde er tatsächlich seinen Platz im hochkarätig besetzten Kader Barcas finden? Teil zwei der Analyse.

In Barcelona käme Turan entweder für eine Halbposition im Mittelfeld oder als nomineller Außenstürmer in Frage. In beiden Rollen dürfte es für den Türken aber überaus schwierig werden, sich als Stammspieler zu etablieren. Halblinks ist Iniesta als Stratege, verbindungsgebender Passgigant und Kreativgeist gesetzt. Der spanische Weltmeister bestimmt Rhythmus und Tempo und stellt mit seinen Stärken einen gänzlich anderen Spielertypen dar als Turan. Dieser scheint potenziell näher an Ivan Rakitic zu sein, der ebenso eine recht vertikal-dynamische Spielanlage entwickelt hat. Auch der Kroate sollte nach seiner herausragenden Debüt-Spielzeit bei den Katalanen aber vorerst gesetzt sein. Als Rotationsspieler stehen insbesondere Rafinha und Sergio Roberto zur Verfügung, die näher an das Team geführt werden sollen. Potenziell würde der Transfer eines weiteren flexiblen Spielers für die angesprochenen Mittelfeldpositionen dennoch keinesfalls den quantitativen Rahmen sprengen. Zumal Turan mit seinen Stärken und seiner Spielweise die Rolle von Rakitic wie angesprochen solide ausfüllen könnte. Die Frage wäre folglich wohl eher, ob der 28-Jährige seinen fixen Startplatz bei Atletico Madrid aufgeben würde, um in einen Konkurrenzkampf mit Rakitic zu treten.

Auf den nominellen offensiven Flügelpositionen sind Messi und Neymar selbstverständlich unumstritten. Die recht komplexen Aufgaben des Duos sollte Arda rein taktisch beidseitig zwar ausfüllen können, doch in sämtlichen Offensivbereichen ist Turan wesentlich schwächer einzuschätzen. Ein dauerhafter Ausfall der Südamerikaner könnte durch den Rojiblanco folglich kaum aufgefangen werden. Seine Spielintelligenz, Dribbelqualität und Technik ist insgesamt schwächer bis deutlich schwächer. Interessant wäre eine Einbindung Turans ins Pressing, in dem er seine Qualitäten wohl gut integrieren könnte. Potenziell sollte er hier auch eine weniger freie Rolle einnehmen können als Messi. Defensivtaktisch dürfte Turan sehr nahe an Neymar herankommen, der diesbezüglich häufig unterschätzt wird.

Mit Aleix Vidal, Pedro sowie Youngster El Haddadi, der auch im Zentrum agieren kann, ist das Aufgebot für die offensiven Flügel sogar vergleichsweise dünn. Gemessen an den Individualfähigkeiten sollte Turan sogar gute Möglichkeiten haben, sich als erster Backup für Messi und Neymar zu etablieren, wenngleich Pedro durch seine herausragende Antizipation und Spielintelligenz vermutlich situativ weiter ein sehr interessanter Kaderspieler bleiben würde, der bei verbesserter Formkurve sicherlich auf seine Einsatzzeiten kommen würde. Ohnehin ist auch hier weiter fraglich, ob Turan damit einverstanden wäre, sich derart deutlich und aussichtslos hinter Messi und Neymar einzureihen. Qualitativ stellt er fraglos für mehrere Positionen eine durchaus spannende und hochwertige Option dar, der vor allem die Breite stärken könnte. Er wäre zwar nicht der Heilsbringer, welcher Barca auf eine neue Ebene hieven wird, doch seine Stärken sind potenziell eine gute Ergänzung zum aktuellen Personal. Vor allem Rakitic dürfte er notfalls sicherlich ohne größeren Leistungsabfall ersetzen können, auch wenn dieser wohl einen Vorsprung im Kampf um die Stammplätze hätte.

Letztlich gilt es im Falle eines nachhaltigen Interesses also abzuwägen: Wie schneidet Turan im Vergleich zu möglichen Gegenkandidat ab, auch unter Berücksichtigung einer möglichen Ablösesumme? Könnte sich Turan selbst mit seiner potenziellen Backup- und Herausforderer-Rolle anfreunden?

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