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Lewandowski verändert Union - aber wie?

Veröffentlicht in Taktikanalysen

Die Verpflichtung von Sascha Lewandowski hat bei allen Eisernen große Erwartungen geschürrt. Schließlich gilt der 43-Jährige als eines der größten Trainertalente Deutschlands. Nach vier Spielen wird es Zeit für ein erstes Zwischenfazit. Welche taktischen Veränderungen hat Lewandowski bei Union Berlin bereits vorgenommen und wie sind diese eingeschlagen?

Die Ergebnisse unter Sascha Lewandowski im Blick

1 Karlsruher SC - Union Berlin 0:3
2 Union Berlin - Greuther Fürth 1:2
3 FSV Frankfurt - Union Berlin 3:2
4 Union Berlin - MSV Duisburg 3:2

Die Grundformation(en)

Im ersten Spiel unter Lewandowski lief es auf ein sehr simples 4-2-3-1 hinaus, anders also als in Leverkusen, als der talentierte Fußball-Lehrer auf eine Art 4-3-2-1 setzte. In Frankfurt sollte es dann die erste Umstellung geben. Lewandowski wechselte auf eine Mischung aus 4-3-3 und 4-1-4-1. Gegen Duisburg blieb es dann bei dem System, auch wenn der gebürtige Dortmunder lange Zeit öffentlich mit einem 3-5-2 geliebäugelt hatte.

Das Pressing

Im Pressing waren von Lewandowski wohl die größten und schnellsten Verbesserungen erwartet worden. Schließlich hatte er es schon in Leverkusen geschafft, die Mannschaft zu einem der kompaktesten Teams der Bundesliga zu entwickeln. Das sollte er nun also bei Union Berlin in kleinerem Stile fortführen. Nach vier Spielen lässt sich festhalten: Die Ansätze sind erkennbar, greifen aber noch sehr inkonstant.

Vorrangig im ersten Spiel hatten die Eisernen zeitweise sehr hoch und aktiv gepresst. Trotz einzelner Abstimmungsprobleme konnte Union einen geordneten Spielaufbau des KSC so verhindern. Mit der Führung im Rücken wurde die Arbeit gegen den Ball dann passiver und auf tiefere Zonen verlagert.

Im zweiten Spiel begannen die Berliner dann im 4-4-2-Mittelfeldpressing, das tendenziell auf tiefe Balleroberungen und die Kontrolle des Raumes ausgelegt war. Wirklich spektakulär war die Ausführung nicht. Ihre beste Phase hatte die Lewandowski-Elf in aggressiven und aktiven Pressingmomenten im späteren 4-1-4-1, auch wenn es teilweise noch kuriose Einzel-Entscheidungen im Herausrücken gab.

Gegen ein schwaches Frankfurt war Union anschließend nur selten wirklich gegen den Ball gefordert. Tendenziell lief es aber auf ein 4-4-1-1 oder ein 4-1-4-1 im tiefen Pressing hinaus. Gegen Duisburg bauten die Hauptstädter schließlich vermehrt leitende Pressingelemente ein, wobei die Sauberkeit dieser sehr wechselhaft war.

Das Aufbau- und allgemeine Ballbesitzspiel

Das Verhalten im Ballbesitz dürfte für Lewandowski in den nächsten Wochen und Monaten die größte Hürde werden. Schließlich kann er gerade in der Defensive nur auf wenig spielstarkes Personal zurückgreifen.
In der jüngeren Vergangenheit gelang der Übergang vom ersten Drittel ins Zentrum des zweiten Drittels tatsächlich nur sehr selten. Daran sollte sich während der ersten beiden Spiele unter Lewandowski auch nichts ändern. Gegen Frankfurt, wie angesprochen ein Gegner, der trotz seines Sieges spielerisch und taktisch keinen wirklich guten Eindruck machte, schaffte es Union dann mal ohne größeren Pressing-Druck konstruktiv ins Mittelfeld vorzustoßen und dort zu einigen soliden Kombinationen anzusetzen. Spannend war hierbei vor allem die starke Nutzung der Räume im Zentrum. Oft wurde der Ball von den Innenverteidigern auf den Sechser oder Achter gespielt, woraufhin eine Verlagerung nach Außen folgte. Spätestens im höheren zweiten Drittel wurde aber wiederum der diagonale Weg in die Mitte gesucht.

Im letzten Spiel waren die Aufbauansätze dann doch mit viel Licht und Schatten behaftet. Der Sechser kippte sehr regelmäßig ab, was aber die Verbindungen ins Mitteldrittel schwächte. Interessant waren indes die vielen Überladungen des rechten Halbraums, die in den Vorspielen in der Form noch nicht erkennbar waren. Oft bewegte sich der Rechtsaußen leicht nach innen, während der linke Halbspieler ebenfalls, aber etwas tiefer in diesen Raum zog. Mit Unterstützung des rechten Achters führte das zu einer hohen Besetzung des Halbraums, der oft als Vorbereitung für Durchbrüche genutzt wurde. Insgesamt fehlte aber auch hier vereinzelt noch die Feinabstimmung.

Fazit

Lewandowski hat erwartungsgemäß noch viel Arbeit vor sich. Die ersten Eindrücke vom 'neuen Union' lassen sich wohl als interessant, aber noch unausgereift bezeichnen. Ein wenig schade war es, dass das Angriffspressing aus dem ersten Spiel im weiteren Verlauf nur selten genutzt wurde. Im Aufbau zeigten die Eisernen nach zwei schwachen Auftritten dann Verbesserungen und klarere Strukturen, wobei vor allem die Halbraumüberladungen einen positiven Eindruck hinterließen, während das Abkippen des Sechsers eher negative Auswirkungen auf die Aufbaustabilität hatte. Was aber klar festzuhalten ist: Lewandowski hat viele neue Ideen und versucht, diese Stück für Stück in das System einzuarbeiten. Wer mit einem radikalen Schnitt gerechnet hat, wurde wohl enttäuscht - dass Lewandowski taktisch einiges zu bieten hat, konnte er aber in jedem Fall schon andeuten.

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