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Celta Vigo - der spanische Überflieger im Blick

Veröffentlicht in Taktikanalysen

Wer oder was ist eigentlich Celta Vigo? Nach sechs Ligaspielen steht die Mannschaft von Eduardo Berizzo noch vor Atletico Madrid auf Tabellenplatz vier der Primera Division. Ihren vorläufigen Saisonhöhepunkt feierten die Galicier dabei beim 4:1 über den FC Barcelona. Toorschuss.de hat einen taktischen Blick auf das Überraschungsteam geworfen.

Fundament: Stabile Defensive

Celtas Defensivsystem baut auf einem Wechselspiel aus Mann- und Raumorientierung und einer unheimlich guten gruppentaktischen Abstimmung auf.

Vor allem im Mittelfeld setzen die Spanier auf viel direkten Zugriff, der aber je nach Gegner und Spielverlauf flexibel genutzt und interpretiert werden kann. Gegen Barca spiegelte man beispielsweise die katalanische Formation, um einfachen Zugriff zu bekommen und im Mittelfeld auf allen Positionen einen direkten Gegenspieler zuordnen zu können. Der große Vorteil von Vigo gegenüber vielen anderen Mannschaften mit einem ähnlichen Defensivkonzept: Die Mannorientierungen sind keinesfalls starr, sondern immer gut an die Situation und das gegnerische Offensivverhalten angepasst. Die Abstände in der Horizontalen und Vertikalen werden zudem sehr diszipliniert gehalten. Eine zu extreme Orientierung am Gegner, unter der die Mannschaft im letzten Jahr noch ein wenig litt, ist tatsächlich nur noch selten erkennbar. Die Übergabemechanismen greifen recht konstant, sodass Vigo sich kaum mal in kuriose, inkompakte Staffelungen locken lässt, wenn der Gegner überlädt oder versucht, bewusst mit den Mannorientierungen zu spielen. Außerdem ist das grundsätzliche Umschaltverhalten auf die Defensive sehr gut - ob im passiven Rückzugsverhalten oder in aggressiven Gegenpressingmomenten.

Typisch spanisches Ballbesitzspiel

Im Ballbesitz baut Celta auf einem 4-3-3 auf, wobei das System realtaktisch immer wieder kleinere Asymmetrien aufweist. Wie bei vielen Mannschaften der Primera Division lässt sich der Stil der Galicier wohl als ballbesitzorientiert bezeichnen. Auch gegen vermeintlich überlegene Mannschaften gelingt es ihnen häufig, über die eigene Ballzirkulation Entlastung zu schaffen. Oft fächern sie über die Flügelspieler weit auf und erzeugen damit Breite im Spiel. Unterstützt wird dies häufig durch ein Herausschieben des ballnahen Achters oder ein Ausweichen der Sturmspitze.

Letztlich ist Vigo dann in der Lage, im Spieltempo und in der Nutzung des Ballbesitzes als taktisches Mittel zu variieren. Entweder nutzen sie ihn zur Sicherung und Unterbindung gegnerischen Ballbesitzes (Wenn der Gegner den Ball nicht hat, kann er schließlich auch kein Tor erzielen) oder zur Angriffsinszenierung. Meist wird sich dann vom Zentrum auf die Flügel kombiniert.

Ein bisschen individuelle Qualität

In Ehrfurcht werden die meisten Gegner bei einem Blick auf den Kader von Celta Vigo nicht erstarren. Trotzdem hat der Klub einige interessante Spieler in seinen Reihen. Der Star der Mannschaft ist wohl der spanische Nationalspieler Nolito, der 2011 noch für Barcelona B spielte und in der laufenden Saison mit fünf Toren und drei Vorlagen auf sich aufmerksam machen konnte.

Nolito ist als Linksaußen vor allem bei den Flügelangriffen und dem Erzielen von Durchbrüchen ein wichtiger Faktor. Individuell dürfte er der mit Abstand stärkste Spieler Vigos sein. Er ist immer in der Lage, eine Eins-gegen-eins-Situation für sich zu entscheiden und eine Aktion sinnvoll abzuschließen. Unterstützt wird er dabei vorrangig von Angreifer Aspas, der intelligent Räume öffnet und sich durch kluge Laufwege immer wieder selbst in Abschlussposition bringt. Auch er war in dieser Spielzeit schon viermal erfolgreich. Mit Allrounder Wass, der in nahezu allen Räumen zurechtkommt und Kapitän Fernandez kann Berizzo außerdem auf zwei weitere überdurchschnittliche Spieler zurückgreifen. Hinzu kommt eine Reihe an talentierten und/oder unterschätzten Spielern, die sich im aktuellen System pudelwohl fühlen.

Ein Taktik-Fuchs auf der Trainerbank

Berizzo hat die Mannschaft im Sommer 2014 übernommen und sie seitdem Stück für Stück weiterentwickelt. In taktischer Hinsicht dürfte der Argentinier zu den detailversessensten Coaches der spanischen Liga gehören. Er passt nicht nur die grundsätzlichen Abläufe gerne im Detail an die Ausrichtung und Stärken des Gegners an, sondern arbeitet zugleich sehr akribisch an einem eigenen System-Fundament. Um kleinere Probleme zu beheben, beispielsweise die zu unflexiblen Mannorientierungen im letzten Jahr, sucht er innerhalb der vorhandenen Basis gezielt nach Lösungen und greift sehr strikt in Abläufe ein. Das macht die Mannschaft sehr flexibel, anpassungsfähig, vielseitig und schwer berechenbar.

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