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Das ÖFB-Team: Stark gegen den Ball

Veröffentlicht in Taktikanalysen

Österreich ist dabei. Das deutsche Nachbarland hat sich überraschend souverän für die EM 2016 qualifiziert. Die ÖFB-Elf blieb in ihrer Quali-Gruppe ungeschlagen, holte von 30 möglichen Punkten 28. Kein Zufall, wie ein Blick auf die taktische Leistung der Österreicher zeigt. Eine Kurzanalyse.

Pressing als Erfolgsgarant

kollerrFür gewöhnlich spielt die Mannschaft von Marcel Koller in einem unspektakulären 4-2-3-1. Grundlage des Erfolgs ist dabei die Arbeit gegen den Ball. Anders als viele andere vermeintlich kleine Nationen versucht Österreich aber aktiv zu bleiben und das Verhalten des Gegners auch ohne eigenen Ballbesitz zu kontrollieren.
Vor allem das Angriffspressing nutzt die Mannschaft sehr intelligent und in den meisten Fällen auch passend. Zehner Junuzovic unterstützt die Stürmer flexibel und aggressiv, ohne zu überdrehen. Vereinzelt arbeitet das ÖFB-Team sogar mit kleineren Pressingfallen, indem sie beispielsweise Pässe in isolierte Zonen innerhalb ihrer Formation provozieren.

Stabiles Gegepressing

Das Verhalten der Österreicher nach Ballverlust ist simpel, aber effektiv. Statt sofort die Defensiv-Ordnung zu suchen, versucht die Mannschaft meist über ein mannorientiertes Zustellen und Attackieren in Ballnähe die Passoptionen in unmittelbarer Nähe zu isolieren und das Spielgerät sofort zurückzuerobern. Dabei hilft vornehmlich die Laufstärke und Spielintelligenz des Mittelfeldtrios Alaba, Baumgartlinger und Junuzovic. Während Arnautovic nur in aktiven Pressingmomenten zu überzeugen weiß, sich ballfern nur inkonsequent an seinem Gegenspieler orientiert, ist Rechtsaußen Harnik sehr aktiv und pressingfokussiert, bisweilen jedoch etwas unsauber. Ein großer Vorteil: Die Innenverteidigung um Dragovic und Hinteregger ist antizipativ sehr stark, schiebt im Pressing und Gegenpressing in den meisten Fällen sehr gut nach.

Schwächen im Ballbesitz

Grundsätzlich versucht Österreich im Ballbesitzspiel in engen Räumen zu kombinieren, was allein schon für das Gegenpressing wichtig ist. Der interessanteste Faktor ist dabei wohl, dass das zentrale Mittelfeld immer wieder die Positionen tauscht, sich sehr variabel einzubinden versucht.
alabiProbleme hat die Mannschaft jedoch im strategischen Bereich bei der Wahl von Passfolgen und dem grundlegenden Rhythmus. Zeitweise wird zu hektisch in die Tiefe gespielt, dann wiederum wird das Tempo unnötigerweise verschleppt. Hier mangelt es noch ein wenig an Balance und Abstimmung.

Star des Teams

Nicht nur taktisch hat sich Österreich weiterentwickelt. Die Mannschaft ist wohl auch qualitativ so gut besetzt wie seit vielen Jahren nicht mehr. Das unumstrittene Aushängeschild ist dabei selbstverständlich Bayerns David Alaba, der - laut Marcel Koller vornehmlich wegen seiner Spielintelligenz - auf der Doppelsechs agiert.
Der 23-Jährige kurbelt das Spiel im eigenen Ballbesitz mit seiner Dynamik und Kombinationsfreude immer wieder an und trifft im Pressing und Gegenpressing gemeinsam mit seinen Mittelfeldpartnern wichtige Entscheidungen. Während der ersten Quali-Spiele hatten viele Gegner ihn wegen seiner Omnipräsenz und seiner hohen individuellen Klasse oft mannorientiert verfolgt. Diesem Wirkungstreffer konnte die Mannschaft durch eine vereinzelt stärkere Aufbaueinbindung von Junuzovic und Baumgartlinger und dem Generationswechsel in der Innenverteidigung (Hinteregger und Dragovic ersetzten Pogatetz und Prödl) trotzen.

Bildquelle Koller
Bildquelle Alaba
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