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Sensationstransfer: Carlos Eduardo vor Wechsel nach Köln

Veröffentlicht in Top-News

Er war einst das Gesicht der Hoffenheimer Aufstiegsmannschaft, brasilianischer Nationalspieler und Hoffnungsträger der russischen Champions-League-Mannschaft Rubin Kazan. Nun ist man dort froh, wenn man Carlos Eduardo loswird. Ob das klappt, soll spätestens morgen entschieden sein.

Denn wie die "Bild-Zeitung" berichtet, ist sich der 1. FC Köln bereits mit dem Kreativspieler einig. Die Verhandlungen mit seinem derzeitigen Arbeitgeber laufen.

Doch wie konnte es dazu kommen, dass ein Spieler mit einer derart hohen individuellen Klasse seit Jahren nirgendwo mehr Fuß fasst und selbst in seiner Heimat bei Flamengo nie wirklich ankam? Toorschuss.de erzählt die Geschichte eines begnadeten Fußballers, dem die ganz große Karriere jedoch nicht vergönnt schien.

Ralf Rangnick hatte Carlos Eduardo 2007 nach Deutschland geholt. In die 2. Liga. Für viele damals ein absoluter Sensationstransfer. Die Hoffenheimer Fans trauten ihren Augen nicht, als der heute 27-Jährige plötzlich mit Koffer und Frau in Sinsheim ankam, galt er doch als eines der größten Talente seines Landes, namenhafte Klubs aus den größten europäischen Ligen waren an ihm interessiert.

Schon in seinem zweiten Spiel für die Kraichgauer zeigte Eduardo seine ganze Klasse und führte seine neue Mannschaft zum ersten Sieg im Fußball-Unterhaus. Es sollte der Beginn einer unglaublichen Erfolgsgeschichte werden. Zwar sorgte der kleine Brasilianer vor allem außerhalb des Platzes immer mal wieder für kleinere Eskapaden, doch sein sportlicher Wert für die Mannschaft steigerte sich in den nächsten Monaten ungebremst weiter. Es schien fast so, als hätte Eduardo nach dem Aufstieg in die Bundesliga weiter an Reife gewonnen. Egal ob als zentraler Mittelfeld- oder als Flügelpieler - der hochbegabte Linksfuß riss das Spiel des vermeintlichen Dorf-Klubs an sich, ragte in dem kongenialen Offensivquartett um Obasi, Ba und Ibisevic in Sachen Technik, Dribbel- und Zuarbeiterfähigkeiten noch einmal heraus. Eduardo hatte großen Anteil am Hoffenheimer Fußball-Wunder, das letztlich sogar im Erreichen der Herbstmeisterschaft mündete.

Doch irgendwie sollte es mit 1899 und dem internationalen Geschäft nie klappen. Viele Spieler hielten ihre Form aus der Hinserie in den Folgemonaten und -jahren nicht, die TSG kam aus dem Niemandsland der Tabelle nicht mehr heraus. Eduardos Aufstieg hingegen ging weiter. Ende 2009 feierte er sein Debüt für die "Selecao", spielte an der Seite von Kaká, Hulk und Robinho.

Womöglich auch, weil er seinen großen Traum, sich in der Nationalmannschaft festzuspielen, weiter verfolgen wollte, wechselte Eduardo 2010 für eine Ablösesumme von 20 Millionen Euro zu Rubin Kazan. Klar, in Russland hatte er die Möglichkeit, ein Vielfaches von dem zu verdienen als er hierzulande bekam, aber vor allem, so beteuerte er zumindest, reizte ihn die Perspektive, endlich international spielen zu können. 

Entgegen aller Erwartungen entwickelte sich seine Zeit in Russland zu einem einzigen Trauerspiel. Zwei schwere Knieverletzungen setzten Eduardo fast 1,5 Jahre außer Gefecht, bis heute hat er nur 26 Spiele für Kazan gemacht. Sein Traum von der Champions League ging nicht länger als 148 Minuten. Eduardo war als großer Transferflop verschrien, dabei konnte er noch nicht einmal etwas dafür.

2013 wurde er dann nach Flamengo verliehen. Es sollte ein Neuanfang nach schweren Jahren in Russland werden, ein Stück weit der Weg zurück zu alten Zeiten. Zurück zum Anfang seiner Karriere.

Doch auch in Brasilien gelang es dem einstigen Supertalent nicht, nachhaltig auf sich aufmerksam zu machen. Die Bilanz: 26 Spiele und mehr gelbe Karten als Scorerpunkte. Eduardo war im Team nie angekommen, wirkte teilweise wie ein Fremdkörper im Spiel der Samba-Kicker.

Die Rückkehr zu Kazan ohne ein großes Erfolgserlebnis gesammelt zu haben, war unumgänglich. Und trotzdem gelang es Eduardo aus unerklärlichen Gründen in dieser Saison, sich in seinen Leistungen zu stabilisieren. Es ist sein bestes Jahr seit langem. Gerade jetzt scheint seine Zeit in Russland zu enden. Man könnte den Eindruck gewinnen, der Mittelfeldmann wolle mit aller Macht den alten Eduardo wieder aufleben lassen. Den Eduardo aus Deutschland. Der die Massen einst in Ekstase versetzt hatte.

Ob ihm das in Köln gelingen kann? Auch wenn es wie eine Phrase klingen mag: Das Fußballspielen hat er trotz aller Verletzungssorgen nicht verlernt. Zwar tritt er längst nicht mehr so dominant und leichtfüßig auf wie in früheren Tagen, aber zumindest technisch dürfte er den meisten Spielern der Bundesliga noch immer überlegen sein. In Köln würde ihm wohl die Aufgabe zugetragen, das Umschaltspiel aus einer zentralen Grundposition heraus zu fokussieren. Etwas, was Eduardo zweifelsfrei kann. In Normalform könnte er der Spieler sein, der sämtliche Kreativitätsprobleme vergessen lässt.

Fakt ist aber auch: Der Druck für ihn wäre im Falle eines Wechsels nicht gering. Das schwierige Kölner Umfeld sehnt sich nach einer Identifikationsfigur, die der Stadt zu großem Fußball verhilft. Gelingt ihr das nicht, ist sie die erste, die sich der Kritik stellen muss. Es gilt also von Fanseite behutsam mit dem exzentrischen, aber sensiblen Brasilianer umzugehen. Damit wir tatsächlich schon bald wieder dem alten Eduardo zujubeln dürfen.

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