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Wie sicher sitzt Hecking noch im Sattel?

Veröffentlicht in Top-News

Durch das 1:1 bei Hertha BSC hat der VfL Wolfsburg eine weitere Chance aus der Hand gegeben, um den Anschluss an die Top vier zu schaffen. Dieter Hecking gerät zunehmend unter Druck - wohl auch deshalb, weil die Wölfe sich nicht in einer reinen Ergebniskrise befinden. Auch taktisch hingt der letztjährige Vizemeister seinen eigenen Ansprüchen hinterher. Vor allem im Ballbesitz und folgendem Umschalten auf Defensive muss Hecking zeitnah einige Probleme lösen. Andernfalls könnte die so erfolgreiche Ära unter Umständen sogar bereits in dieser Saison ein unerwartetes Ende nehmen.

heckingZufrieden wird der 51-Jährige sicherlich mit dem Verhalten in der Defensivordnung gewesen sein. Wolfsburg entschied sich gegen Hertha für einen überraschend passiven Ansatz, konnte diesen aber auf hohem Niveau umsetzen. Die beiden Stürmer des 4-4-2 konzentrierten sich überwiegend darauf, das Zentrum zu blockieren. Ziel war es, die gegnerischen Sechser in den Deckungsschatten zu nehmen und damit gleich zwei Schlüsselspieler der Berliner zu isolieren. In den wenigen Szenen, in denen die Angreifer die Innenverteidiger der Hauptstädter anliefen, rückten die zwei zentralen Mittelfeldspieler dann auf Skjelbred und Lustenberger auf.

Generell war auffallend, dass die beiden äußeren Akteure des Mittelfeldbandes an beiden Seiten sehr eng am jeweils nahen Sechser standen, das Zentrum damit ungemein dicht machten und vielleicht sogar Pässe auf die Flügel provozierten. Hertha kam kaum zu herausgespielten Chancen, biss sich an Wolfsburgs Defensivsystem die Zähne aus.

Allerdings wussten die Niedersachsen ihrem Gegner längst nicht in allen Spielphasen etwas entgegenzusetzen. Interessanterweise verteidigten die Berliner nicht großartig anders als der VfL. Das stellte die Hecking-Elf natürlich auch vor ähnliche Probleme. Insgesamt fehlte es den Wölfen permanent an passenden Abständen im Positionsspiel und an ineinandergreifenden Dreiecken bzw. Rauten. Die Überladungsversuche waren zwar teilweise nicht einmal schlecht, daraus entsprangen strukturbedingt jedoch zu selten konstante Folgeaktionen. Was die Fanszene auf die Palme bringt: Diese Schwächen sind nicht erst seit Samstag bekannt. Schon über die gesamte Spielzeit bekommt Wolfsburg keine Stabilität in seine Offensivabläufe, weil diese zum einen dauerhaft unsauber sind, zum anderen, weil es keine funktionierenden wiederkehrenden Muster zu geben scheint, an denen sich die Mannschaft orientieren kann. Es werden immer mal wieder neue Elemente, Ideen und Bewegungen eingestreut, die Nachhaltigkeit im Ballbesitzverhalten fehlt allerdings eindeutig. Das perfekte Beispiel hierfür ist wohl Max Kruse. Zu Saisonbeginn ließ sich der Ex-Gladbacher regelmäßig weit fallen, um Verbindungen ins Mittelfeld zu geben, mögliche Strukturschwächen auch gewissermaßen aufzufangen. Dann plötzlich verordnete ihm Hecking eine kurios hohe Rolle, um Kruses Stärken am gegnerischen Sechzehnerraum mehr zu fokussieren. Als das eigene Aufbauspiel jedoch darunter litt, wurde Kruse wieder tiefer eingesetzt, seine Bewegungen ins Mittelfeld und auf die Flügel nahmen wieder zu.

Eine weitere Problematik, die mit dem Ballbesitz-Wirrwarr einhergeht: Durch die schlechten Passabstände und unglücklichen, improvisierten Staffelungen tut sich Wolfsburg naturgemäß schwer, kompakt ins Gegenpressing zu gelangen.

Sicherlich kann Hecking für das vergangene Spiel mit den vielen verletzungsbedingten Ausfällen argumentieren und es würde ihm niemand böse nehmen. Über die ungenügende Gesamtentwicklung täuscht das aber kaum hinweg. Bereits am kommenden Wochenende tritt Wolfsburg bei den Bayern an. Von einem Endspiel Heckings zu sprechen, wäre sicherlich verfrüht. Zumal Klaus Allofs nicht zuletzt in Bremen bewiesen hat, in der Trainerfrage keine überstürzten Entscheidungen zu treffen, eher konserativ zu agieren. Dennoch: Nach dem München-Spiel geht es für Wolfsburg in der Champions League um den Einzug ins Viertelfinale, außerdem steht das Niedersachsenderby gegen Hannover an. Mindestens stehen also richtungsweisende Wochen vor der Tür. Für den Gesamtverein. Aber auch - und vielleicht sogar vor allem - für Dieter Hecking.

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