{{#image}}
{{/image}}
{{text}} {{subtext}}


Ist DAS der Schlüssel gegen das Kramny-System?

Veröffentlicht in Top-News

Bisher galt Jürgen Kramny für viele als der "Troll" der Bundesliga, weil er mit seinem System genau die Defizite der Bundesliga bespielte und dies vielerorts als neu gewonnene Kompaktheit feiern ließ. Sicherlich ist es nicht von der Hand zu weisen, dass Kramny der Mannschaft nach dem chaotischen Pressingwahn unter Alexander Zorniger eine neue Stabilität gegeben hat. Gegen Hannover zeigte sich zum zweiten Mal in der laufenden Rückserie allerdings eindeutig, welche Schwachstellen der VfB 2.0 noch besitzt. Ob Kramny schon bald gezwungen sein wird, seine Taktik zu modifizieren?

Dass viele Bundesligisten Probleme haben, ein Spiel sicher und kontrolliert über das Zentrum aufzubauen, dürfte kein allzu großes Geheimnis sein. Entsprechend sorgte Kramny dafür, dass seine Mannschaft vor allem auf den Flügeln gegen die Angriffe seiner Gegner gewappnet ist. Die vielen kleinen Unsauberkeiten im Zentrum wurden in den Großteil der Spiele nicht konstant bestraft, konnten entsprechend auch ohne größere Sorgenfalten in Kauf genommen werden.

Allein Thomas Tuchel verstand es, Pfeil und Bogen auf Stuttgarts Achillesferse zu richten, indem er seiner Mannschaft Lösungen an die Hand gab, um die Angriffe gezielt über die Mitte aufzubauen. Gentner und Didavi ließen sich häufig zu leicht aus ihrer Position locken, im Sechserraum stand Die dann gegen zwei BVB-Stars oftmals auf verlorenem Posten.

Wer Hannover 96 und seinen abstrusen Flügelfokus in der Hinrunde beobachtet hat, wird den Niedersachsen kaum zugetraut haben, Stuttgarts Kompaktheitsproblemchen im Zentrum ebenfalls für sich zu nutzen. Thomas Schaaf schickte seine Mannschaft offensivtaktisch in einem engen 4-2-2-2 ins Rennen und ließ damit genau die Räume überladen, die Stuttgart nicht unter Kontrolle hat. Gentner schob immer wieder unpassend auf, fehlte dann im Sechserraum. An diesem Tage sollte das allerdings nicht allein für das blaue Auge der Schwaben verantwortlich sein: Generell fand die Kramny-Truppe nur schwerlich in eine passende Defensivformation. Im Zentrum herrschte dauerhaft eine bedrohliche Unterzahl.

Kramny sprach nach dem Spiel davon, dass seine Mannschaft "nicht den Zugriff gefunden" habe, den es für dieses Spiel gebraucht hätte. Was gerne mal als fehlende Kampfbereitschaft ausgelegt hatte, schien in diesem Falle vielmehr mit der Raumbesetzung und den bisweilen wirren Bewegungen in der Ordnung zu tun zu haben. Sicherlich war die Tatsache, dass Hannover dem VfB im Zentrum klar den Schneid abkaufte, nicht der einzige Grund für die Niederlage. Und doch dürfte sie die Stuttgarter Leistungen der letzten Wochen ein wenig revidieren.

Nicht einmal, weil die Erfolgsserie nicht gerechtfertigt war. Im Gegenteil: Kramny hatte mit seinem System ein gutes Gegenmittel gegen die Stärken und Schwächen der Konkurrenz gefunden. Am Flügel war kein Durchkommen, durch das Zentrum griffen viele Teams - überspitzt formuliert - ohnehin nicht an. Doch Dortmund und Hannover legten offen, was sich bereits erahnen ließ: Das Mittel zum Sieg gegen den VfB ist es, genau die mittigen Räume zu attackieren. Nun ist Kramny gefragt. Denn die Wahrscheinlichkeit dürfte steigen, dass in Zukunft immer häufiger Gegner eine Anpassung ala Thomas Schaaf vornehmen werden. Insofern gilt es, sich rechtzeitig auf die neuen Herausforderungen vorzubereiten. Sollte Kramny das gelingen, kann er seinen Ruf als Stuttgarter Notlösung vielleicht endgültig ablegen.

Zurück

Kommentar schreiben

Sicherheitscode
Aktualisieren