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Hecking-Taktik gegen Bayern: Meisterwerk oder öde?

Veröffentlicht in Top-News

Am Ende war die Leistung des VfL Wolfsburg in den Augen vieler mal wieder weder Fisch noch Fleisch. Man hatte sich gegen die Bayern zwar nicht schlecht präsentiert, war letztlich aber auch nicht so gut, dass ein Sieg tatsächlich zwingend verdient gewesen wäre. Für Dieter Hecking bleibt die Luft damit dünn. Nur noch wenige Fans stehen voll hinter seiner Arbeit. Kein Wunder: Die Wölfe drohen im Tabellenmittelfeld zu versinken.

Die fehlende taktische Experimentierfreudigkeit konnte man Hecking in dieser Spielzeit sicherlich nicht ankreiden. Vom klassischen 4-2-3-1 und einem enormen Flügelfokus bis hin zum 4-1-4-1 mit sechs gelernten Offensivspielern wagte sich der 51-Jährige durchaus an dem einen oder anderen Versuch, den ihm viele vielleicht in der Form gar nicht zugetraut hatten.

In den letzten Wochen legte sich Hecking allerdings verstärkt auf ein 4-4-2 fest, was wohl auch auf die Ausfälle einiger Schlüsselspieler zurückzuführen war. Dennoch schwing in den Gesichtern vieler Wölfe-Fans ein wenig Enttäuschung mit, dass der Fußball-Lehrer sich auch gegen die Bayern für die unspektakulärste aller Grundordnungen entschieden hatte. Zumal die Probleme, die dadurch entstanden, durchaus absehbar waren.

Ähnlich wie schon gegen die Hertha interpretierte Wolfsburg das 4-4-2 extrem eng. Dieses Mal war dies aber nicht einmal ein gezielter Kniff, sondern vielmehr den vielen losen Mannorientierungen geschuldet. Bayerns Außenverteidiger Lahm und Bernat rückten nämlich dauerhaft in die Halbräume ein, was die niedersächsischen Flügelspieler im Mittelfeld dazu veranlasste, sich enger an den eigenen Sechsern zu orientieren. Die Münchener bestimmten die Bewegungen der Wolfsburger - und hatten entsprechend keine Schwierigkeiten, das Spielgerät in den eigenen Reihen zu sichern und den VfL in seiner Ordnung zu halten. Durch die Enge der Wölfe-Formation öffneten die Bayern die Passwege auf die beiden Flügeldribbler beliebig, aggressive Bewegungen der beiden Pressingspitzen konnte sich Wolfsburg nicht leisten. Die Mittelfeldspieler waren schließlich in ihren Positionen gebunden, das erforderliche Nachsichern hätte entsprechend gefehlt. Der Hauptgrund, wieso die Wölfe trotzdem lange Zeit die 'Null halten' konnten, war die gut organisierte und stabile Strafraumverteidigung. Entlastung gab es erst dann, als Wolfsburg seine Pressingmechanismen veränderte.

Hecking schien seiner Mannschaft Mitte der ersten Halbzeit generell mehr herausrückende Bewegungen verordnet zu haben, die überwiegend auch auf ordentlichem Fundament standen. Die klaren Mann-gegen-Mann-Zuordnungen wurden nämlich bisweilen schlichtweg ignoriert, weshalb die Mannschaftsteile entsprechend kollektiv in Richtung Münchener Drittel aufschoben. Wichtig waren in diesem Zusammenhang vor allem die variableren, kontextbezogeren Positionierungen der Flügel. Da die Bayern zugleich kurzzeitig ein wenig unsaubererer in ihrem Positionsspiel wurden, ergab sich eine recht offene Spielphase, in der die Gastgeber sogar die eine oder andere vielversprechende Konterchance verbuchen konnten.

Zur Pause passte Dieter Hecking die Defensivorganisation schließlich noch einmal deutlicher an. Draxler orientierte sich nun aus einer 4-1-4-1/4-5-1-haften Ordnung heraus regelmäßiger an Xabi Alonso. Insgesamt war der Wolfsburger Auftritt auch in der zweiten Halbzeit relativ kompakt. Die Bayern machten aber immer mal wieder kleinere Schwachpunkte im System aus und konnten diese zur Angriffsentwicklung für sich nutzen. Es waren weniger wiederkehrende Probleme, die Wolfsburg letztlich den Sieg kosteten, sondern vielmehr eine Reihe an kleinen Puzzleteilen, die des Öfteren zerpflückt werden konnten. Mal öffneten die Bayern eine Wölfe-Schnittstelle, mal fanden sie den Weg in den Zwischenraum und lockten einzelne Spieler aus ihren Positionen.

Das Kuriose: Einerseits war die Wolfsburger Leistung nicht gut genug, um Dieter Hecking für seine taktischen Entscheidungen zu loben. Zumal er sich kaum besondere Gegenmittel gegen die Qualität des Rekordmeisters einfallen lassen hat. Andererseits verkaufte sich seine Mannschaft trotzdem sehr ordentlich, weshalb die Kritik an seiner Person vorerst nicht zuzunehmen scheint. Schon am Dienstag reist der VfL zum Niedersachsenderby nach Hannover. Anschließend trifft die Hecking-Elf auf Borussia Mönchengladbach. Es könnte ein vorentscheidendes Duell im Kampf um die Königsklasse sein. Und wer weiß: Vielleicht werden die nächsten Resultate auch über die Zukunft von Dieter Hecking entscheiden.

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