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Labbadia: "Italiener sind Meister der Organisation"

Veröffentlicht in Top-News

HSV-Coach Bruno Labbadia hat sich im Goal.com-Interview zu taktischen Themen geäußert:

Bruno Labbadia über...

...die Qualitäten der europäischen Topligen:

Es sind definitiv Unterschiede feststellbar, wobei ich mir nicht anmaße zu sagen, dass eine bestimmte Liga stärker einzustufen ist als eine andere. Was mir zum Beispiel in Italien auffiel: Die Teams sind immer noch Meister der Organisation. Es ist faszinierend zu sehen, dass Spiele zwischen Tabellenführer und Tabellenletztem erst kurz vor Schluss entschieden werden, weil selbst die vermeintlich unterlegenen Mannschaften taktisch unglaublich gut eingestellt sind. Gleichzeitig fehlt aber die Dynamik, die wir in Deutschland oder England viel stärker beobachten können. In Spanien hingegen legen sie viel Wert auf Technik und Passspiel. [...] Ich schaue mir aus jeder Liga etwas ab. In Italien gibt es taktische Trainingsformen, die in Deutschland derzeit schwer vorstellbar wären, weil sie ein grundlegendes Umdenken erfordern würden. Teilweise wird anderthalb Stunden nur das Verschieben der Abwehrketten trainiert. Ich habe das als Spieler knapp einen Monat unter Giovanni Trapattoni bei den Bayern erlebt. Das war extrem ungewohnt, weil wir im Training kaum geschwitzt haben. Eine perfekt organisierte Defensive ist für den Zuschauer auf Dauer allerdings ziemlich langweilig. Und mir als Trainer ist Organisation allein zu wenig. Ich möchte eine gute Mischung aus Defensive und Offensive finden.

...die heutigen Trainingsmethoden im Vergleich zu seiner aktiven Zeit:

Ich hätte mir gewünscht, dass wir damals schon so trainiert hätten wie es heute der Fall ist. Früher wurde viel mehr Wert auf stupides Konditionstraining gelegt. Ich kann aber nicht sagen, dass es total falsch war. Trotzdem bin ich fest davon überzeugt, dass man fast alles mit dem Ball machen kann. Zumal es viele Aspekte beinhaltet: Kondition, Koordination, Konzentration und Technik. Als Trainer muss man nur stärker auf das Coaching achten.

...Laufstärke als Qualitätsmerkmal:

Man muss die Qualität des Laufens genau analysieren. Wir haben festgestellt, dass wir zwar viele Sprints machen, die meisten jedoch in die falsche Richtung. Nämlich rückwärts. Das bedeutet, dass man nicht gut geordnet ist und zu viele Ballverluste produziert. Dann läuft man natürlich hinterher. Laufen allein ist deshalb kein Qualitätsmerkmal. Wir müssen uns dahingehend verbessern, mehr Sprints nach vorne als zurück zu absolvieren.

...Videoanalysen:

Die Möglichkeiten außerhalb des Platzes sind natürlich vielfältiger geworden. Zu viel Input ist aber selbst für einen Trainer problematisch, weil die Kapazitäten begrenzt sind. Es ist eine Frage der Dosierung. Deshalb müssen wir genau abwägen, wie viel Kapazität wir für die einzelnen Bereiche verwenden können. Um auf Videoanalysen zurück zu kommen: Sie helfen uns enorm, um einzelnen Spielern oder der gesamten Mannschaft Dinge zu zeigen, die sie in der Partie nicht sehen. Wir versuchen uns in den Besprechungen auf zehn oder elf Minuten für die Auswertung der Videos zu beschränken. Grundsätzlich halte ich aber sehr viel von Einzelanalysen, weil die Spieler aufnahmebereiter sind. Es geht dabei schließlich um sie.

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