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Köln: Abstoß-Thema und kleine Defensivsorgen

Veröffentlicht in Top-News

Nicht zum ersten Mal passt sich Kölns Peter Stöger seinem Gegner an. Am vergangenen Dienstag setzte der Österreicher in der Startelf auf vier gelernte Innenverteidiger, um in der Abwehr die Lufthoheit aufrechtzuerhalten. Ganz aufgehen sollte der Matchplan des Erfolgscoaches im Audi-Sportpark allerdings nicht: Der FC erreichte gegen Ingolstadt "nur" ein 1:1. Und das aus gutem Grund.

Vor dem Spiel hatte Stöger noch betont, dass er es seiner Mannschaft zutrauen würde, das Pressing des Aufsteigers auch spielerisch auszuhebeln. Es gelte hierfür die notwendige Passschärfe und Struktur zu entwickeln. Am Ende des Tages schlug seine Mannschaft so viele lange Bälle wie erst zweimal zuvor in dieser Saison. Auf dem ersten Blick mag diese Variante auch Sicherheit versprechen: Das Spielgerät wird nach vorne beordert, ein tornaher Ballverlust kann so vermieden werden. Was aber gerne übersehen wird, ist die Staffelungs-Problematik. Da es sich um eine eigene Ballbesitzphase handelt, ist die Struktur entsprechend auch auf eine solche ausgerichtet. Ein langer Ball geht jedoch immer mit einem kurzzeitigen, riskanten Kontrollverlust einher. Die Balance aus angriffsorientierter Struktur und Absicherung ist daher nicht immer einfacher.

Ein Abstoß mag hier noch einmal einen Sonderfall darstellen. Am Ende überraschte es jedoch kaum jemanden, dass Köln nach genau diesem in Rückstand geriet. Ingolstadt gewann das Spielgerät nach einem weiten Schlag von Horn und nutzte die Tatsache, dass der FC sich in diesem Moment nicht in seiner Defensivordnung befand. Immerhin konnte der Ausgleichstreffer kurz vor Schluss aus einer ähnlichen Situation heraus erzielt werden.

Gegen den Ball bewegte sich Köln in einem 4-2-3-1-Mittelfeldpressing, das gerade zu Spielbeginn recht passiv angelegt war. Interessant schien, dass Risse sich auf der rechten Seite oft wesentlich tiefer positionierte als Bittencourt links, sodass die Systematik oft auch 4-3-2-1-hafter wurde. Vermutlich war dies eine Anpassung gegen Ingolstadts dominante rechte Seite, die auch dieses Mal extrem von den Schanzern fokussiert wurde. Bittencourt sollte wohl den direkten Passweg in die tieferen Zonen blockieren, durch die Dreierbesetzung der dritten Pressinglinie konnte außerdem einfacher auf der Seite unterstützt werden. Trotzdem schaffte es Ingolstadt immer wieder mit schnellen Kombinationen auf der rechten Flanke durchzubrechen. Immerhin die Kölner Strafraumverteidigung funktionierte dann überwiegend. Zudem machte sich die kopfballstarke Besetzung der Außenverteidigerpositionen hin und wieder bezahlt, wenn die Schanzer beispielsweise eine Hereingabe auf den langen Pfosten schlugen.

Mitte der ersten Halbzeit agierte der FC schließlich etwas herausrückender, Gerhardt unterstützte Modeste häufiger sogar klar in der vorderen Linie. Dadurch sollte Ingolstadt etwas Zeit bei der Vorbereitung seiner Angriffe genommen werden. Gerade Groß fand jedoch im Zusammenspiel mit da Costa aber weiterhin oft gute Lösungen.

Peter Stöger sprach nach dem Spiel von einem "Punkt der Mentalität", mit dem er "zufrieden" sein könne. Und trotzdem war der Kölner Auftritt nur schwer zu bewerten. Die von Stöger versprochenen spielerischen Befreiungsversuche blieben größtenteils aus. Defensiv erinnerte der FC wie schon im Derby kaum mehr an die Mannschaft der letzten Saison, die nicht nur eine stabile Endverteidigung besaß, sondern schon bei den Stürmern angefangen extrem kompakt gegen den Ball arbeitete.

Schon am Wochenende treffen die Domstädter auf Schalke. Vielleicht ist das genau das richtige Pflaster, um den Fokus wieder auf die Stabilität zu legen. Schließlich beißen sich die Knappen noch immer gut und gerne die Zähne daran aus, wenn ihr Gegner den Raum zu kontrollieren weiß.

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