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Hecking und die Suche nach der Ideallösung

Veröffentlicht in Top-News

Kritiker werfen Dieter Hecking in dieser Spielzeit eine fehlende Linie vor. Beim 4:0-Derbyerfolg gegen Hannover entschied sich der 51-Jährige abermals für eine neue taktische Ausrichtung. Und trotz des Kantersieges und vielen guten Ballbesitzmomenten sollte sich beim VfL Wolfsburg auch dieses Mal zumindest ein wenig Sand im Getriebe befinden.

Hecking schickte seine Mannschaft gegen Hannovers 4-4-2 in einem ungewohnten 4-3-1-2 ins Rennen, wobei die Staffelungen während des Spiels immer wieder flexibel angepasst wurden. Die interessanteste Maßnahme war wohl, dass der Fußball-Lehrer komplett auf einen zentralen Stürmer verzichtete, die beiden Angreifer Schürrle und Kruse sich dauerhaft in den Halbräumen aufhielten oder sogar komplett auf die Flügel auswichen. Das Zentrum wurde dann durch Draxler, der phasenweise eine Mischrolle aus Zehner und Stürmer inne hatte, sowie (mindestens) einen Sechser besetzt. Gerade Guilavogui und Gustavo zeigten teilweise sehr aggressive und extreme Bewegungen nach vorne.

Spannend waren allerdings auch die tieferen Staffelungen. Denn während Rechtsverteidiger Christian Träsch oft früh aufrückte, blieb Pendant Rodriguez im Spielaufbau überwiegend auf Höhe der Innenverteidiger. Das hatte entweder zur Folge, dass eine Dreierkette in erster Linie genutzt wurde oder Guilavogui bzw. gelegentlich auch Arnold nach rechts herauskippten. Generell positionierte sich einer der Sechser meist recht breit und auf die rechte Seite verschoben, vermutlich um Träschs Vorstoßen zu balancieren.

Dennoch taten sich im Wölfe-Spiel immer wieder Probleme auf. In einigen Situationen fiel Guilavogui nämlich in die Abwehr zurück und neben einem Sechser orientierten sich auch Draxler und Kruse in Richtung Abseitslinie. Das führte zu einer sehr unausgewogenen Raumbesetzung; das Zentrum des zweiten Drittels wurde nur noch von Arnold bespielt. Die Folge dessen war, dass dem ballbesitzenden Verteidiger nur das direkte, risikobehaftete Zuspiel auf die drei hohen Spieler oder der Pass auf den Flügel blieb. Aus VfL-Sicht konnten diese Schwächen glücklicherweise dadurch kaschiert werden, dass Hannover gegen den Ball ungemein passiv agierte, eigentlich gute Zugriffschancen nicht für sich zu nutzen wusste. Wolfsburg konnte das Spielgerät deshalb auch in unangenehmen, schwächer verbundenen Situationen sichern und oft über kleinere gruppentaktische Aktionen sogar Raumgewinn verbuchen.

Am Ende war der Auftritt der Hecking-Truppe in den Augen vieler nur schwer einzuschätzen. Drei der vier Tore fielen nach Umschaltszenen. Im Ballbesitz leistete man sich zwar kaum Fehler, ein Staffelungsfeuerwerk lieferte man dabei jedoch keinesfalls ab. Vielmehr zeigte sich über Teile des Spiels das Bild, das die Mannschaft schon über die gesamte Saison begleitet: Es gibt oft interessante Ansätze, aber auch noch viele Ungereimtheiten und Strukturprobleme. An dieser Stelle sei auch wieder Kritik am Trainer erlaubt: Hecking schmeißt die Offensivstruktur derart häufig um, dass sich bestimmte Bewegungsabläufe nur schwer festigen können und Unsauberkeiten im Positionsspiel fast schon vorprogrammiert sind. Insofern wird es sicherlich spannend, die kommenden Auftritte der Niedersachsen zu beobachten. Bringt Hecking endlich taktische Konstanz in die Mannschaft? Und wird vielleicht genau das der Schlüssel für eine Aufholjagd in Richtung Champions-League-Plätze?

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