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Fohlen: Gegneranpassung und altbekannte Defensivsorgen

Veröffentlicht in Top-News

Das 4:0 klingt wie ein großer Befreiungsschlag. Nach zwar recht erfolgreichen, aber trotzdem turbulenten Wochen, in denen diverse Medien Zweifel an Andre Schuberts Arbeit aufkommen ließen, meldeten sich die Fohlen mit einem Kantersieg gegen Stuttgart zurück. Aber welchen Wert hat dieser Erfolg tatsächlich? Konnte Schubert die Defensivprobleme seiner Mannschaft endlich abstellen?

Für die erste Überraschung sorgte der 44-Jährige schon vor Spielbeginn, zumindest auf dem ersten Blick. Beim genaueren Hinschauen ließ sich nämlich schnell erahnen, dass das gewählte 3-4-1-2 eine Anpassung auf die Defensivtaktik des VfB sein würde.

Die Flügelräume wurden mit Wendt links und Johnson rechts nur zweifach besetzt, was in Anbetracht der Stuttgarter "Raketen" um Kostic und Harnik durchaus ein mittelgroßes Risiko darstellen sollte. Während Schubert aber wohl darauf vertraute, Dribblings oder Eins-gegen-eins-Duelle des Duos gar nicht erst zustande kommen zu lassen, wollte er sich vor allem die Vorteile des Systems zunutze machen. Stuttgart hatte in den vergangenen Spielen immer wieder Schwächen im Zentrum offenbart, war hier alles andere als stabil. Genau deshalb tummelten sich in der Mitte mit Dahoud, Stindl, Hazard und Raffael und mit Abstrichen Xhaka gleich fünf ungemein spielstarke Gruppentaktikmonster. Vor allem die ersten vier lieben die engen Räume; Ziel war es wohl, ihr Kombinationsgeschick zu nutzen, um Stuttgart durch die Mitte den Todesstoß zu versetzen.

Die ersten Pässe über die drei Verteidiger ins Zentrum anzubringen, erwies sich für Gladbach dank schwäbischer Kompaktheitsschwächen kaum als Problem. Xhaka und Dahoud konnten meist freigespielt werden, mussten von dort dann aus feldgeschlossener Staffelung heraus allerdings auch durchaus des Öfteren den Pass auf die Seite suchen. Gentner und Die rückten nämlich regelmäßig unangenehm auf sie heraus, sodass ein sofortiges Aufdrehen eher selten möglich war.

Trotzdem konnte Gladbach seine Angriffe in den überwiegenden Fällen schnell nach vorne bringen. Die vier Offensiven unterstützten die Aktionen extrem vielseitig und konnten regelmäßig passende Verbindungen zueinander herstellen. Das Aufrücken von Gentner und Die wirkte sich so für den VfB natürlich eher negativ aus. Egal, ob nach gut aufgelösten Aufbausituationen oder im Umschaltspiel: Die Borussia marschierte nicht selten durch das schlecht gesicherte Zentrum der Kramny-Truppe.

Schuberts Matchplan, exakt diese Zone zu überladen und hier die gesamte spielerische Stärke aufzustellen, zahlte sich entsprechend voll aus. Was allerdings trotzdem nicht vergessen werden darf: Gegen den Ball deuteten sich Gladbachs übliche Defizite an, wenn Dahoud vorpreschte und Xhaka vor der Abwehr einen riesigen Raum allein zu kontrollieren hatte. Dass dies nicht der Qualität des Schweizers entspricht, scheint Schubert nur bedingt zu stören. Letztlich profitierte man gegen Stuttgart davon, dass der Gegner die Schwachstellen kaum mal tatsächlich aufzudecken wusste. Auch das Tempo von Kostic wurde nur in Ansätzen ins Spiel gebracht.

Ob die Partie für Gladbach also ein wirklicher Schritt nach vorne war, wird sich zeigen. Dass Schubert ein passables Offensivkonzept auf die Beine stellen kann und ihm bisweilen auch gute Gegneranpassungen zuzutrauen sind, ist keine Erkenntnis, die das Stuttgart-Spiel exklusiv lieferte. Defensiv jedoch hat sich aus Fohlen-Sicht wenig verändert. Ob die Null also auch am kommenden Samstag in Wolfsburg hält, bleibt abzuwarten.

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