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Und jetzt, Herr Kramny?

Veröffentlicht in Top-News

Dass im Erfolgsfall gerne mal in den Himmel gelobt und bei Misserfolg schnell die Krise herbeigerufen wird, ist seit Jahren die Regel im Bundesligageschäft. Genau dies musste nun auch Jürgen Kramny erfahren. Als sein VfB Sieg für Sieg einfuhr, galt die Mannschaft für viele schon als Europa-League-Kandidat. Dabei deutete sich auch schon zu diesem Zeitpunkt an, dass das System des Neu-Coaches Schwächen hat. Während diese zu Beginn allerdings kaum offengelegt wurden, geschieht dies nun immer häufiger. Und genau das wirkt sich negativ auf die Kramny'sche Bewertung aus.

Im Prinzip hat sich in taktischer Hinsicht beim VfB zumindest in den Grundsatzaspekten im Vergleich zur Siegesserie wenig verändert. Der wohl größte Unterschied ist aber, dass die Gegner mittlerweile spezifischer und cleverer auf die Defizite des schwäbischen Defensivkonzeptes reagieren. Der Erste, der die Stuttgarter Problemzonen so richtig aufdeckte, war wohl Thomas Tuchel. Nachdem dann Namensvetter Schaaf nachzog, versetzte Andre Schubert Kramny den nächsten Nackenschlag. Das Spannende: Das Trio fand jeweils eine im Ansatz sehr ähnliche Lösung auf den VfB.

Stuttgart offenbarte schon während der ersten Kramny-Spiele kleinere Problemchen im Verteidigen des Zentrums. Womöglich wurde dies sogar billigend in Kauf genommen, weil der Großteil der Bundesligisten ohnehin vorzugsweise über die Flügel angreift, sodass man seine Kompaktheit gezielt auf die äußeren Räume fokussierte. Dies ging so lange gut, bis Tuchel Didavi und Gentner im Pokal immer wieder aus ihren Positionen lockte, um Spieler in ihren Rücken abzustellen und über diese zum Erfolg zu kommen. Schaaf zog das Duo anschließend zwar weniger gezielt aus den Räumen, überlud die Mitte dafür extrem und gab seiner Mannschaft so die Möglichkeit, sich über das Zentrum in die vorderen Bereiche zu kombinieren.

Andre Schubert tüftelte für seine Fohlen nun ein 3-4-1-2 aus, besetzte die Flügel nur zweifach, während das Mittelfeldzentrum oft durch fünf Spieler belegt wurde. Hazard, Stindl, Raffael, Dahoud & Co. fanden im Umschaltspiel sowie aus dem Aufbau heraus gegen das löchrige Stuttgart immer wieder Lösungen, um sich in die torgefährlichen Zonen hineinzukombinieren. Was dabei nicht außer Acht gelassen werden darf: Der VfB machte ihnen dieses Unterfangen am Mittwochabend nicht übermäßig schwer.

Die beiden Spitzen Didavi und Werner ließen die Passwege ins Zentrum häufig offen, indem sie sich recht breit positionierten. Dahinter versuchten Die und Gentner immer wieder auf Gladbachs Sechser aufzuschieben, konnten dabei aber nur selten wirklichen Zugriff entwickeln. Generell hatte Stuttgart in allen Zonen mit kleineren bis mittelschweren gruppentaktischen Problemen zu kämpfen, während man seine eigenen Kontermöglichkeiten nicht besonders gut ausspielte.

Gladbach bot hierfür zwar des Öfteren Gelegenheiten an, diese wurden von der Kramny-Truppe jedoch kaum ergriffen. In den eigenen Ballbesitzmomenten waren die Staffelungen außerdem nicht zusammenhängend und absichernd genug, um passend auf einen Ballverlust reagieren zu können.

Am Ende muss sich vor allem Kramny die Frage gefallen lassen, wieso er die Kompaktheitsprobleme im Zentrum nicht angegangen ist, nachdem Tuchel und Schaaf ihn hier bereits zum Nachdenken angeregt haben dürften. War die Zeit in der englischen Woche womöglich zu kurz, um der Mannschaft unmittelbar nach dem Hannover-Spiel bereits die richtigen Lösungen zu präsentieren? Wie auch immer die Antwort aussieht. Sicher scheint: Wenn Kramny sich in Stuttgart nachhaltig etablieren möchte, wird er das Defensivsystem verändern müssen.

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