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Kleinert: "Es gibt keine Feuerwehrmänner"

Veröffentlicht in Top-News

Sportpsychologe Jens Kleinert hat sich im hr1-Interview zum Thema Trainerwechsel geäußert.

Jens Kleinert über...

...eine Trainerentlassung im Misserfolgsfall:

Für die Entscheidungsträger kann das Sinn ergeben. Denn damit dokumentieren sie nach außen, dass sie handlungsaktiv sind - also mit einer Niederlagenserie nicht einfach passiv umgehen, sondern aktiv werden. Ein Trainerwechsel hat nicht immer nur die Gründe, dass der Coach schlecht ist, oder mit der Mannschaft nicht mehr umgehen kann, sondern Verein und Führung müssen was demonstrieren. Für die mag das also einen Sinn ergeben, das muss aber nicht immer intern auch so sein.

...logische Gründe für einen Trainerwechsel:

Wenn die große Zahl der Spieler oder wichtige Profis das Vertrauen in den Trainer verloren haben, kann man davon ausgehen, dass ein Wechsel etwas bringt. Wenn Spieler nicht mehr mitgehen mit dem Trainer und nicht mehr glauben, dass der Trainer das Richtige sagt, dann versucht man erst einmal intern gegenzusteuern. Und wenn man das nicht schafft, ist natürlich ein Trainerwechsel das geeignete Mittel. Das muss man aber erst einmal intern herausfinden.

...Gründe für eine mögliche Verunsicherung von Spielern:

Man kann immer wieder beobachten, dass aus Niederlagenserien teilweise nach einem Trainerwechsel Gewinnserien werden, obwohl sich die Mannschaft kaum ändert. Wenn ich als Spieler nicht sicher bin, ob es das Richtige ist, was ich tue, verhalte ich mich auch anders auf dem Platz. Ich habe vielleicht nicht den letzten Impuls, wenn ich in den Zweikampf gehe und nicht die letzte Genauigkeit, wenn ich schieße. Das hängt ja letztendlich doch vom Kopf ab. Und wenn ich nicht glaube, das Richtige zu trainieren oder die richtige Aufstellung zu haben, fehlt dieses letzte Quäntchen.

...die Frage, ob es "Feuerwehrmänner" gibt:

Nein, das glaube ich nicht. Es gibt nicht den Trainer, der besonders gut mit Abstiegsteams umgehen kann. Was man schon sagen kann ist, dass es Trainer gibt, die es besser beherrschen, im Training Techniken zu machen, die die Selbstsicherheit und das Vertrauen der Spieler optimieren. Das ist ja im Abstiegskampf gewünscht, dass man, obwohl man häufig verliert, noch Vertrauen in die eigene Stärke hat. Das ist natürlich eine knifflige Sache und das kann vielleicht der eine Trainer besser erreichen als der andere.

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